Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Lehre von den Tonempfindungen als physiologische Grundlage für die Theorie der Musik. Dritte umgearbeitete Ausgabe
Person:
Helmholtz, Hermann von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit3865/226/
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Erste Abtheilung. Sechster Abschnitt. 
des knöchernen Labyrinthes nach; nur zeigt es geringere Weite 
der Canäle und Höhlungen, und sein Rauminhalt zerfällt in zwei ge¬ 
trennte Abtheilungen, nämlich einerseits den Utriculus mit den 
Bogengängen, und andererseits demSacculusmit demhäutigen 
Schneckencanal. Utriculus und Sacculus liegen beide im Vor- 
liofe des knöchernen Labyrinths, ersterer dem Recessus ellipticus 
(R e Fig. 43), letzterer dem Recessus sphaericus (R s) gegenüber. 
Es sind schwimmende, selbst mit Wasser gefüllte Säckchen, die nur 
an einer Seite, wo die Nervenfasern zu ihnen treten, der Wand an- 
liegen. 
Die Form des Utriculus mit den häutigen Bogengängen ist ab¬ 
gebildet in Fig. 44. Die Ampullen sind an den häutigen Bogen¬ 
gängen viel stärker hervorragend als an den knöchernen. Die häu¬ 
tigen Bogengänge selbst sind nach den neueren Untersuchungen 
Fig. 44. 
von Rüdinger nicht schwimmend in den 
knöchernen, sondern an der convexen Seite 
des knöchernen Canals angeheftet. An 
jeder Ampulle findet sich eine wulstige, 
nach innen gewendete Hervorragung, in 
welche Fäden des Hörnerven eintreten, 
eine flachere verdickte Stelle am Utriculus. 
Die besondere Art, wie die Nerven hier 
enden, wird unten beschrieben werden. 
Im Innern des Utriculus befindet sich durch 
eine schleimige Masse unter einander und 
mit der verdickten nervenreichen Stelle 
des Säckchens verbunden der aus kleinen 
Kalkkrystallen bestehende Gehörsand. 
Neben dem Utriculus und ihm ange¬ 
heftet, aber nicht mit ihm communicirend, 
liegt in der Höhle des knöchernen Vorhofs der Sacculus mit einer 
ähnlichen verdickten nervenreichen Stelle seiner Wand versehen. 
Durch einen engen Canal steht er mit dem Canal der häutigen 
Schnecke in Verbindung. Was die Höhlung der Schnecke betrifft, 
so ist diese, wie Fig. 43 zeigt, der des Gehäuses einer Weinberg¬ 
schnecke durchaus ähnlich, nur ist der Sclmeckencanal des Ohrs 
durch eine quer verlaufende theils knöcherne, theils häutige Scheide¬ 
wand in zwei fast vollständig von einander getrennte Gänge ge¬ 
trennt. Nur an der Spitze der Schnecke bleibt eine kleine Com- 
municationsöffnung zwischen den beiden Gängen, das Helicotrema, 
Utriculus und häutige Bo¬ 
gengänge (der linken Seite) 
von aussen, v a Vorderer, 
vp hinterer verticaler Bo¬ 
gengang, h horizontaler Bo¬ 
gengang.
        

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