Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Lehre von den Tonempfindungen als physiologische Grundlage für die Theorie der Musik. Dritte umgearbeitete Ausgabe
Person:
Helmholtz, Hermann von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit3865/109/
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Beweis des Ohm’schen Gesetzes. 
aus drei geraden Linien zusammengesetzt, und wollte man die Ge¬ 
schwindigkeit der einzelnen Saitenpunkte durch Scliwingungscurven 
ausdrücken, so würden diese ähnlich ausfallen. Unmittelbar über¬ 
trägt nun die Saite kaum einen merklichen Theil ihrer Bewegung 
an die Luft; denn eine Saite, deren Enden auf zwei ganz unbeweg¬ 
lichen Unterlagen ruhen, z. B. auf metallenen Stegen, die an der 
Mauer des Zimmers befestigt sind, giebt einen kaum hörbaren Ton. 
Der Schall der Saite gelangt 
* 1 an die Luft vielmehr nur 
durch dasjenige ihrer En¬ 
den , welches mittels eines 
Steges auf einen nachgiebi¬ 
gen Resonanzboden gestützt 
ist. Der Klang der Saite 
hängt also auch wesentlich 
nur von der Bewegung die¬ 
ses Endes ab, beziehlich von 
dem Drucke, den es auf den 
Resonanzboden ausübt. Die 
Grösse dieses Druckes, wie 
er mit der Zeit periodisch 
wechselt, istinFig. 19 (a. f. S.) 
dargestellt. Die Linie hh soll 
der Höhe des Druckes ent¬ 
sprechen, welchen das Ende 
a der Saite, während sie 
ruht, auf den Steg ausübt. 
Längs Till denke man sich 
Längen abgetragen, die der 
fortlaufenden Zeit entsprechen, die verticalen Höhen der gebroche¬ 
nen Linie über oder unter h h stellen die den betreffenden Zeitpunk¬ 
ten entsprechenden Erhöhungen und Verminderungen des Druckes 
dar. Der Druck der Saite gegen den Resonanzboden wechselt also, 
wie die Figur es darstellt, zwischen einem_ höheren und einem niederen 
Werthe. Eine Zeit lang herrscht der höhere Druck ohne sich zu 
ändern, dann tritt plötzlich der niedere ein, der dann ebenfalls eine 
gewisse Zeit lang unverändert anhält. Die Buchstaben a bis g, 
Fig. 19, entsprechen den Zeitpunkten der Saitenformen A bis G, 
Fig. 18. Dieser Wechsel zwischen einem höheren Druckgrade und 
einem niederen ist es, welcher den Schall in der Luftmasse hervor-
        

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