Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber populäre Wissenschaft und Halbbildung im besonderen auf die Bestrebungen der Urania
Person:
Meyer, Wilhelm
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38646/12/
571 
zu weit über seiner Gedankensphäre stehen, einfach nicht versteht. 
Defshalb ist es eben die erste Grundbedingung der populären Dar¬ 
stellung, nicht blos zu beschreiben, sondern zu erklären. Diesen 
Grundsatz mufs die Urania noch in weit ausgiebigerem Mafse ver¬ 
folgen, was durch die Einrichtung der Winterkurse, auf deren Aus¬ 
arbeitung die gröfseste Sorgfalt zu verwenden ist, erhofft werden darf. 
Wird die Urania diese Aufgabe erfüllen, und werden sich auch 
in anderen grofsen Städten, wozu nicht allzu ferne Aussicht wirk¬ 
lich schon vorhanden ist, ähnliche Institute gebildet haben, so werden 
die akademischen Forscher endlich die erwünschte Ruhe zu frucht¬ 
bringender Thätigkeit wieder erhalten und sich nun ohne alle Gewissens¬ 
skrupel von aller Welt abschliefsen können, bis sie abermals eine 
grofse Wahrheit zum Wohle oder doch jedenfalls zum Wohlgefallen 
der Menschheit erforscht haben. 
In der That, verfolgt man diesen Gedanken der Arbeitstheilung 
zwischen strenger, forschender Wissenschaft und der mittheilenden, 
lehrenden noch weiter, so begreift man garnicht, wie man ihre Noth- 
wendigkeit nicht schon längst eingesehen hat. 
Die Thätigkeit der Urania bahnte dieselben in einer Richtung 
wenigstens, die am dringendsten des Einschreitens bedarf, an. 
Auch das litterarische Organ der Gesellschaft Urania, die vor¬ 
liegende Monatsschrift, will in ihrer Weise an dieser Reform mit- 
arbeiten. Im ersten Jahrgange hatte sie begonnen, eine „Beweisführende 
Darstellung des Weltgebäudes“ zu geben, welche, zwar in sehr abge¬ 
kürzter Form, der Art der geplanten Winterkurse in der Urania ent¬ 
spricht. Es liegt in der Absicht der Redaktion, ähnliche Abrisse 
auch von den übrigen Naturwissenschaften zu geben. Das wird sich 
sehr bald von selbst gestalten, sobald eben jene Kurse begonnen 
haben werden. Denn diese, sowie die einzelnen Abends in unserem 
wissenschaftlichen Theater gehaltenen Projektionsvorträge sollen vom 
neu beginnenden Jahrgange an, abweichend von unseren bisherigen 
Gepflogenheiten, den Hauptinhalt unserer Zeitschrift bilden. Dadurch 
wird dieselbe erst in Wirklichkeit das Organ der Urania werden. 
Es ist unserer Redaktion von verschiedenen Seiten bis jetzt mit 
vielem Rechte der Vorwurf gemacht worden, dafs die Lektüre von 
„Himmel und Erde“ doch stellenweise zu viele Voraussetzungen von 
vorhandenen Vorkenntnissen mache, um als populär gelten zu können. 
Es waren eben die Vorarbeiten noch nicht geleistet, durch welche die 
Erfüllung unserer anfänglich bereits gemachten Versprechungen er¬ 
möglicht werden kann. Aus dem Vorangegangenen geht wohl zur
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.