Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirter Leitfaden der Astronomie, Physik und Mikroskopie in Form eines Führers durch die Urania zu Berlin [Sammlung populärer Schriften, herausgegeben von der Gesellschaft Urania zu Berlin No. 12]
Person:
Wilhelm M. Meyer
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38641/95/
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oder Linsen geordnet. Bei den meisten drängen sich die Sterne gegen 
das Centrum besonders dicht zusammen, da der Haufen dort gewöhnlich 
heller erscheint als am Rande. 
Es wäre unmöglich, die Mannigfaltigkeit der auftretenden Formen 
im einzelnen zu schildern. Einige hier beigegebene Abbildungen 
(Fig. 30, 31 und 32) mögen genügen, um einen Begriff von diesen Welt¬ 
systemen zu geben. 
14. Die Nebelflecke. 
Wie bereits erwähnt, ist der Uebergang von den Sternhaufen zu den 
Nebelflecken nur scheinbar unmerklich. In Wirklichkeit sind nämlich 
die echten Nebelflecke ihrer 
Natur nach von den Stern¬ 
haufen wesentlich verschie¬ 
den, da sie aus glühenden 
Gasmassen bestehen und 
augenscheinlich den Ur¬ 
zustand einer werdenden 
Welt vergegenwärtigen. 
Sichtbarkeitsverhält¬ 
nisse. Die meisten Nebel 
leuchten in sehr mattem 
Lichte. Deshalb bieten nur 
sehr wenige dem unge¬ 
übteren Auge jene Details 
dar, durch welche unsere 
Gedanken auf den Ent- 
wickelungsprozefs der Weltsysteme gelenkt werden. Zur Beob¬ 
achtung der Nebelflecke mufs der Himmelsgrund tiefschwarz sein 
und vor allem der Mond nicht leuchten. Ebenso wird man zur Zeit 
der „hellen Nächte“ (s. S. 69) Nebel überhaupt garnicht, die weni¬ 
ger hellen Sternhaufen nur sehr mangelhaft beobachten können. In 
den Monaten Juni und Juli wird man jedenfalls die Nebel selbst bei 
abwesendem Monde erst etwa von 10 Uhr Abends an gut sehen. 
Die Gestalt der Nebelflecke bietet wohl noch gröfsere 
Mannigfaltigkeit, als die der Sternhaufen. Von dem ganz chaotischen 
Gewirr beginnend, welches z. B. der in Fig. 33 abgebildete Orionnebel 
zeigt, trifft man sie bis zur vollkommensten Scheiben-Gestalt an. 
Im Orionnebel sieht man eine grofse Anzahl von Sternen ver- 
theilt, welche mit der Nebelmasse zweifellos im Zusammenhang stehen;
        

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