Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirter Leitfaden der Astronomie, Physik und Mikroskopie in Form eines Führers durch die Urania zu Berlin [Sammlung populärer Schriften, herausgegeben von der Gesellschaft Urania zu Berlin No. 12]
Person:
Wilhelm M. Meyer
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38641/62/
DD 
Verstärkung- der Sehkraft neben dem hellen Jupiter gesehen zu haben 
glauben. Am dunklen Nachthimmel würde das, wenn sie vereinzelt 
d. h. nicht beim Jupiter) ständen, für niemand Schwierigkeiten haben- 
Die Verfolgung des wechselnden Spiels dieser Satelliten verleiht dem 
teleskopischen Anblick des Jupiter einen ganz besonderen Reiz. 
Nicht immer sieht man alle vier Monde zu gleicher Zeit; zu¬ 
weilen befindet sich einer der Monde hinter dem Jupiter und wird 
von ihm „bedeckt“ (Occultation), zuweilen geht er vor ihm vorüber, 
wobei er selten sichtbar ist, weil er ja ebenso wie Jupiter uns seine 
vollbeleuchtete Scheibe zuwendet, sich also weder durch Licht noch 
durch Farbe vom Jupiter selbst unterscheidet. Endlich kann ein 
jeder Mond in den Schatten des Jupiter treten; es findet dann eine 
Mondflnsternifs für das Jupitersystem statt. Unter Umständen können 
sogar alle vier Monde unsichtbar sein. Eine Tabelle, welche diese 
verschiedenen Stellungen angeben würde, kann hier deshalb nicht ge- 
o-eben werden, weil diese Stellungen so schnell wechseln, dafs die 
Tabelle Angaben für jeden Tag enthalten müfste. Auf den Eintritt 
hervorrag-end interessanter Konstellationen wird in der Urania stets 
besonders aufmerksam gemacht. Wir haben acht verschiedene, beson¬ 
ders markante Vorgänge für jeden Satelliten zu unterscheiden, welche 
die Astronomen verfolgen. Die beiden wichtigsten Erscheinungen sind 
der Ein- und Austritt des Satelliten bei seinem Durchgänge durch den 
Jupiterschatten. Für kleinere Fernrohre findet die Verfinsterung eben¬ 
so wie das Wiederhervortreten ziemlich plötzlich statt, in gröfseren 
Fernrohren dagegen kann man eine allmähliche Ab- und Zunahme des 
Lichtes deutlich verfolgen, Bei der „Bedeckung“ kann wiederum mit 
Hülfe des Fernrohrs das Verschwinden hinter der Jupiterscheibe und 
das Wiederhervortreten des leuchtenden Satelliten durch Zeitnotirungen 
aufgefafst werden. Eine ganz ähnliche Erscheinung bietet der Ein- 
und Austritt eines Mondes, wenn derselbe vor Jupiter vorübergeht, 
dar, nur kann man nach dem Eintritt und vor dem Austritt die kleine 
Scheibe des Satelliten eine Zeit lang am Jupiterrande verfolgen, weil 
dieser Rand wegen der grofsen Atmosphäre des Planeten (s. Seite 53) 
bedeutend dunkler erscheint, als die übrigen Oberflächentheile. Diesen 
Vorübergängen der Satelliten folgt oder geht voran, je nach der Stel¬ 
lung des Jupiter zur Sonne, der Vorübergang des Mondschat¬ 
tens vor der Jupiterscheibe, eine besonders frappante Erscheinung, 
an der man am deutlichsten die runde Gestalt der Himmelskörper 
wahrzunehmen pflegt. Eines oder mehrere dieser acht Ereignisse 
(Ein- und Austritt bei der Verfinsterung, der Bedeckung, dem Vor-
        

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