Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirter Leitfaden der Astronomie, Physik und Mikroskopie in Form eines Führers durch die Urania zu Berlin [Sammlung populärer Schriften, herausgegeben von der Gesellschaft Urania zu Berlin No. 12]
Person:
Wilhelm M. Meyer
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38641/21/
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liehe Drahtspirale durchläuft. Dadurch wird danu alle zwei Sekunden 
das Pendel der abhängigen Uhr, das einen kleinen Magneten trägt, 
angezogen, also das Zustandekommen einer Phasendifferenz in den 
Schwingungen der drei Uhren verhindert. Von der in der Ostkuppel 
befindlichen Uhr hängt endlich noch ein elektrisches Zifferblatt in der 
Hauptkuppel ab. — Während alle diese Uhren Sternzeit angeben, weil 
diese von den Astronomen in fast allen Fällen ausschliefslich gebraucht 
wird, befinden sich in der grofsen Kuppel sowie an verschiedenen an¬ 
deren Orten in der Anstalt auch noch nach mittlerer Zeit gehende 
Uhren, welche von der im physikalischen Saal von der Urania- 
Säulen- und Uhrengesellschaft aufgestellten Zentraluhr auf elektro- 
hydro-pneumatischem Wege regulirt und aufgezogen werden. 
Das Prinzip, welches diesem Uhrensystem zu Grunde liegt, 
besteht darin, dafs jede einzelne Uhr ein völlig selbständiges Werk 
besitzt und nur alle Stunden (jedesmal um halb) automatisch von der 
Centraluhr aus richtig gestellt und gleichzeitig auch aufgezogen wird. 
Die Fehler der einzelnen Uhren können daher, auch wenn deren 
Qualität nur eine mittelmäfsige ist, kaum jemals einen merklichen Be¬ 
trag erreichen, und doch sind die Betriebskosten wegen der nur stünd¬ 
lich einmal stattfindenden Inanspruchnahme der Kraftquelle aufser- 
ordentlich geringe. Die Kraftquelle dieser Uhren bildet eine von der 
Wasserleitung gespeiste Wasserluftpumpe, deren Thätigkeit durch 
elektrischen Kontakt allstündlich ausgelöst wird. 
Im Physiksaal ist endlich auch eine sogenannte „Weltuhr“ (Fig. 5) 
aufgestellt, welche dem Institute durch ihren Erfinder, Herrn B. Glöck¬ 
ner in Tschirndorf (Schles.), freundlichst als Geschenk überwiesen 
worden ist. Die Aufgabe, durch ein einziges Uhrwerk gleichzeitig 
die Ortszeiten zahlreicher, über die ganze Erde verstreuter Orte an¬ 
geben zu lassen, ist hier in einfachster Weise dadurch gelöst, dafs 
das grofse Zifferblatt in 24 Stunden getheilt ist und eine kreisrunde, 
sich in 24 Stunden einmal umdrehende Scheibe die Stelle des Zeigers 
vertritt. Am Rande dieser Scheibe sind in den dem Längenunter¬ 
schiede der einzelnen Orte entsprechenden Abständen radiale Striche 
gezogen, welche am Zifferblatt auf die Ortszeit der beigeschriebenen 
Städte mit genügender Genauigkeit weisen. 
C. Anschauungsmittel. 
1. Mondkarte von J. Schmidt; im östlichen Treppenhaus. Sie 
enthält 32 856 Krater und ist bei einem Durchmesser von 2 Metern 
die gröfste und beste bis jetzt existirende Karte unseres Trabanten; 
sie ist das Resultat 34-jährigen sorgfältigen Studiums der Mondoberfläche.
        

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