Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vorgänge im Kreislaufsystem von Amphioxus lanceolatus Y. [Begleitheft zum Hochschulfilm Nr. C 267]
Person:
Skramlik, Emil von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38636/5/
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Während der Zusammenziehung bietet jedes Gefäß einen eigen¬ 
artigen Anblick dar. Zuerst beginnt sich das Gefäß als Ganzes 
zusammenzuziehen. Dann löst sich sozusagen in seinem Innern 
ein feiner Saum ab, der ein Flechtwerk umgrenzt. Dieses 
zieht sich weiterhin zusammen und bleibt längere Zeit zusaim 
mengezogen. Der übrige Anteil der Gefäßwand, von der die 
Ablösung des Netzwerkes stattgefunden hat, verbleibt unver¬ 
ändert an der zuletzt eingenommenen Stelle. 
In der gleichen Weise wie die Zusammenziehung, erfolgt auch 
die Erschlaffung des Gefäßes. Man erkennt wieder zuerst das 
feine Flechtwerk, das sich mehr und mehr ausbreitet 
und sich der Gefäßwand nähert, die an Ort und Stelle verblieben 
war. Zuletzt wird auch diese erreicht, und das ganze Gefäß be¬ 
findet sich nunmehr im Zustande der Ruhepause. Kurz vor 
Beginn der neuen Zusammenziehung kommt es zu einer starken 
passiven Ausdehnung des betreffenden Gefäßanteils, die da¬ 
durch bedingt ist, daß hierher durch die Kontraktion eines vor¬ 
geschalteten die Blutflüssigkeit in höherem Maße einströmt. 
Die Kontraktionswelle breitet sich über ein Gefäß 
außerordentlich langsam aus. Nach meiner Messung beträgt 
die Geschwindigkeit dieser Welle etwa 0,03 cm/sec. 
Die Voranbeförderung des Blutes erfolgt in der Regel von dem 
mittleren Teil der Lebervene über den auf- und absteigenden 
Teil des Sinus venosus nach der Endostylarterie 
und den Bulbilli. Im Glomus kann man von einer nor¬ 
malen Strömungsrichtung nicht recht reden, da hier die Aus¬ 
gangsstelle für die peristaltische Welle sehr stark wechselt. 
Wohl aber wird das Blut vom Glomus stets gegen die Aorten¬ 
wurzeln getrieben. In der Vena subintestinalis er¬ 
folgt die normale Strömung des Blutes vom Schwanzende des 
Tieres gegen den Leberblindsack. 
Es gibt aber nicht nur eine Peristaltik, sondern auch eine 
Antiperistaltik der Gefäße. Bei dieser wird in den 
langen Gefäßen das Blut gerade in der entgegengesetzten Rich¬ 
tung getrieben als es eben beschrieben wurde. Das Blut gelangt 
dann z. B. aus der Endostylarterie in den Sinus 
venosus, innerhalb der Subintestinalvene von der
        

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