Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der physiologischen Optik
Person:
Helmholtz, Hermann von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit3858/234/
§. 18. 
GESCHICHTE DES BLINDEN FLECKS. 
221 
Rechts. 
Links. 
ausgeführt. Die schwarzen Flecke auf der Karte waren rund, von verschiedener 
Grösse und verschiedenem gegenseitigen Abstande. Beide Punkte standen immer gleich 
weit von der Drehungsaxe ab. 
Die Fig. 404 stellt die 
Resultate dieser Messungen 
für ein Paar schwarze 
Flecke von 2,8 Mm. Durch¬ 
messer und 14,5 Mm. 
gegenseitigen Abstand dar. 
Die ausgezogene Grenz¬ 
linie bezieht sich auf 
Aubert’s, die punktirte 
auf Förster’s Augen. Der 
Schnittpunkt der Radii vectores entspricht dem Fixationspunkte der Augen, die ge¬ 
zogenen Radii vectores selbst entsprechen den einzelnen Messungen und ihrer 
Richtung nach den verschiedenen Stellungen der Blechtafel. 0 bedeutet oben, U 
unten, A aussen, d. h. Schläfenseite, 7 innen oder Nasenseite. Die Linie ab be¬ 
zeichnet die entsprechende Entfernung des Auges von der Blechtafel, welche 
0,2 Meter betrug. Alle Lineardimensionen sind auf % reducirt L Es stellen also 
diese Flächen zunächst diejenigen Theile des Gesichtsfeldes dar, innerhalb deren man 
zwei Punkte von der angegebenen Grösse und Entfernung von einander unter¬ 
scheiden kann; will man die entsprechenden Flächen der Netzhaut haben, so muss 
man sie umkehren. Die unregelmässig ovale Gestalt dieser Flächen zeigt beträcht¬ 
liche individuelle Abweichungen selbst zwischen den beiden Augen derselben Person. 
Die mittleren Resultate der Messungen an verschiedenen Paaren von schwarzen 
Flecken sind in Fig. 405 dargestellt. Der Fixationspunkt ist o und ab, ac sind 
die Mittel sämmtlicher Entfernungen, welche 
bei allen vier Augen in je 8 verschiedenen 
Meridianen für das bezüglich bei 6, c u. s. w. 
stehende Paar von Punkten an der Blech¬ 
tafel eingestellt wurden. Bei c ist das Paar 
von Punkten, auf welche sich Fig. 404 be¬ 
zieht. Man sieht, dass in grösserer Ent¬ 
fernung die Breite des Objects schneller 
zunehmen muss, als bei kleineren Entfernungen. Die gefundenen Mittelzahlen selbst 
sind folgende: 
Entfernung der Punkte 
in Mm. 
Durchmesser der Punkte 
in Mm. 
Mittlerer Abstand vom Centrum der 
Blechtafel in Mm. 
3,25 
1,25 
31 
6,5 
2,5 
50 
9,5 
3,76 
55 
42 
1,25 
60 
14,5 
2,5 
65 
20,5 
3,75 
77 
Bei diesen Versuchen fanden die beiden Beobachter übrigens' auch öfters unem¬ 
pfindliche Stellen der Netzhaut, gleichsam kleine blinde Flecke, wo einer der Punkte 
’ Die Angabe Aubert's, dass sie auf *4 reducirt seien, passt nicht zu den angegebenen Zahlen.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.