Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kadmus oder Allgemeine Alphabetik vom physikalischen, physiologischen und graphischen Standpunkt
Person:
Du Bois-Reymond, F. H.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38576/237/
Die zehn Hemmungen. 
215 
Nach Volney (Alph. europ. p. 84) wären in Europa die 
Engländer allein im Besitz des weichen th und des harten 
zugleich. Die Griechen hätten in ihrem thita und die Spanier 
in ihrem ç und zed nur das harte. Im Arabischen kämen 
aber wiederum beide vor. In der Sprache der Berbern, von 
Aegypten bis zum Marocco, wäre das harte sehr häufig, was 
vielleicht vom Arabischen oder selbst vom alten Phönicischen 
herrühre. In Binds eits Abhandl. z. allg. Sprachl. p. 415, 
werden eine ganze Reihe anderer, die Laute dh und th enthal¬ 
tenden Sprachen angeführt. 
3. Ein trillernder? Augenscheinlich keiner. 
4. Ein nasiger? Ebenfalls. 
VI. 
Die Zungenspitze mit dem vorderen Theile des Gaumens. 
(Art. Linguo - palatalis prior, vel anterior.) 
1. — D, T — Ein sehr bemerkenswerthes Zwillingspaar 
knallender Mitlaute. Die innere Mundstelle, gegen welche die 
Zungenspitze sich stemmt, ist die gewölbte, da wo die Gau¬ 
menhaut in das Zahnfleisch der oberen Zahnreihe übergeht. Im 
ganzen Sprachorgan eignet sich keine Stelle besser als eben 
diese, um den Hauch zum Knallen zurück zu halten. 
2. — Kein zischendes Mitlautpaar. 
3. — R — Der einzige normale trillernde Mitlaut des 
ganzen europäischen Alphabets. Bekanntlich wird er durch eine 
schwingende oder zitternde Bewegung der Zungenspitze hervor¬ 
gebracht, welche sich an den vorderen Theil des Gaumens, wie 
bei D und T1 7, anlegt. Dieses Vibriren oder Beben der Zunge 
erfolgt nicht durch ihre eigene Muskelkraft, wie das Trillern 
der Finger auf dem Piano, sondern bloss durch den Anstoss des 
Hauches, wie bei dem elastischen Zünglein in einer Mund¬ 
harmonika. 
Da nun aber die Zunge doch nicht die Elasticität einer 
Springfeder besitzt, und der Hauch ziemlich stark gegen ihre 
Spitze anstossen muss, um dieselbe in den Schwingungszustand 
zu versetzen, so entstehen, aus Bequemlichkeit, Nachahmung,
        

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