Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kadmus oder Allgemeine Alphabetik vom physikalischen, physiologischen und graphischen Standpunkt
Person:
Du Bois-Reymond, F. H.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38576/173/
Neben - Grimdlaute. 
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Lippen, Zunge, 
Verengerung — Vorrückung. 
Man muss sich die Sache so vorstellen, als wenn die zwei 
Leiterenden u und z, wie die Spitzen der zwei Schenkel eines 
Zirkels aus der gestreckten Lage in Berührung gebracht wer¬ 
den, wobei zu bemerken ist, dass der Klang a, auf dem Schar¬ 
nier, gleich entfernt von allen übrigen Klangstufen, würde stehen 
bleiben, während die tieferen mit den höheren in Berührung 
gebracht worden wären. Durch das entgegengesetzte Wirken der 
Zunge und der Lippen entsteht nun ein dritter äusserster Klang, 
welcher höher ist als zz, und tiefer als z, indem er gleichsam aus 
beiden zusammengesetzt ist. Dieser Klang ist das französische u 
oder das deutsche w, welches aber im Deutschen selten so scharf 
und rein wie im Französischen ausgesprochen wird, auch in 
vielen Sprachen fehlt. 
Der Klang ü ist als das oberste Ende einer neuen beson¬ 
deren Klangleiter anzusehen, die jedoch abwärts nur bis zur 
Mitte der Hauptleiter u — z, folglich bis zu der Stelle derselben 
führt, in der wir uns den Klang: a schwebend gedacht haben. 
Diese Stelle ist nämlich, wie schon erklärt, eine neutrale zwi¬ 
schen den zwei entgegengesetzten äussersten Verrichtungen der 
Lippen und Zunge, welche: u und z, hervorbringen. Von ü nach 
a zurückgehend, so treten also, Gegensätze bildend, sich einan¬ 
der neutralisirend, folgende Vocale auf: erstlich u und z, wor¬ 
aus ü ; dann oh und 
    

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