Bauhaus-Universität Weimar

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abgab. Man siebt hieraus, dass die Schwingungscurven der 
Saite II auch mit Hülfe anderer Stromunterbrecher erzeugt 
werden können. 
Stellt man den Electromagneten (M) nicht weit vom Ende 
der Saite II (~ 6 cm) auf und verringert ganz allmählich die 
Spannung, dann schwingt die Saite II auch in Theilen. Zunächst 
bildet sich nur ein Knoten in der Mitte, bei noch kleinerer 
Spannung treten dann zwei, drei und mehr Knoten auf. Wurde 
der Electromagnet auf 1/24 der Saitenlänge gestellt, so konnte 
man sogar 12 Knotenpunkte deutlich wahrnehmen. Bei diesen 
Partialschwingungen lassen sich auch sehr schön die Erschei¬ 
nungen beobachten, welche Melde1) ausführlich beschrieben 
hat. Es sind dies die interessanten Uebergangsformen, die 
eine Saite, welche z. B. mit 3 Halbwellen schwingt, dann 
zeigt, wenn man ganz allmählich die Spannung vermindert. 
Diese Uebergangsformen bleiben nur ganz kurze Zeit bestehen, 
es tritt bald die 4. bez. 5. Partialschwingung auf. 
Ich komme nun zur Betrachtung der letzten Gruppe 
(Tafel II, Doppelbilder) von photographischen Aufnahmen, 
welche die gleichzeitigen Excursionen zweier Punkte der Saite I 
und II, welche genau senkrecht übereinander liegen, zur 
Darstellung bringen. Diese Untersuchungen wurden angestellt, 
um für die durch Resonanz erregte Saite die Phasenbeziehung 
der Saitenschwingung zum erregenden Strom festzustellen. 
Die Saitenhalter wurden derart befestigt, dass jede directe 
Uebertragung der Schwingungen eines Halters auf den andern 
unmöglich war. Die Uebertragung der Schwingungen durch 
die Luft ist dann so unendlich klein, dass sich beide Saiten 
im schwingenden Zustand bis auf 1 mm nähern können, ohne 
dass eine gegenseitige Beeinflussung wahrzunehmen ist. 
Die Aufstellung der Saitenhalter möge untenstehende 
Skizze (Fig. 5) veranschaulichen. Die Stromführung ist die¬ 
selbe wie in der schematischen Zeichnung auf p. 17. Kx 
und K2 stellen die bezüglichen Contacte, die Linie B B' das 
Spaltbild vor. Die Electromagnete Ex und E2 befinden sich 
bei sämmtlichen Doppelaufnahmen bis Nr. 69 inch oberhalb 
der Saiten, bei Nr. 70, 71 und 72 steht E2 unter der Saite II. 
1) Melde, Wied. Ann. 21. p. 457 ff. 1884.
        

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