Bauhaus-Universität Weimar

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die Spannung und den Contact, so erhalten die oberen horizontalen 
Strecken eine Neigung von links unten nach rechts oben (Nr. 51), 
wenn man den Contactstift tiefer als in der Mittelstellung ein- 
tauchen lässt, oder von links oben nach rechts unten (Nr. 53), 
wenn derselbe in der Ruhelage die Quecksilberoberfläche noch 
nicht berührt. 
Dass man hei tieferem Eintauchen des Contactstiftchens 
(K) die Spannung der Saite II geringer nehmen muss, scheint 
einerseits darin seinen Grund zu haben, dass infolge des grösseren 
Widerstandes, den das Quecksilber dem Eintauchen des Stäb¬ 
chens entgegensetzt, die Schwingungen der Saite I mehr ge¬ 
dämpft werden, als vorher, andererseits aber durch die längere 
Zeit des Stromschlusses das Stück der Saite I, durch welches 
der Strom für die Saite II fliesst, jetzt mehr erwärmt und dadurch 
verlängert wird, was ebenfalls langsamere Schwingungen der 
Saite I zur Folge hat. 
Dagegen ist ohne Einfluss auf die Saite II, an welcher Stelle 
sich sowohl die Contactstifte der ersten Saite, als auch der 
Electromagnet (E) befindet. Die Platinstiftchen wurden da¬ 
her, um den Widerstand der Stromkreise zu verringern und 
dadurch einem allzu grossen Erwärmen der Saite I vorzubeugen, 
möglichst nahe bei den Stegen angelöthet. Auch ist es nicht 
nöthig, beide Saiten von gleicher Stärke zu nehmen. Der 
Unterbrecher hatte hei diesen Untersuchungen einen Durch¬ 
messer von 0,36 mm, die Saite II einen solchen von 0,22 mm, 
durch die Spannung lässt sich leicht der Unterschied in der 
Stärke ausgleichen. Es muss jedoch hervorgehoben werden, 
dass die auf Tafel II verzeichneten Schwingungsfiguren nur 
dann auftreten, wenn die Saite II sehr dünn ist, was in den 
scharfen Discontinuitäten der Schwingungsfiguren seine natür¬ 
liche Erklärung findet; schon hei einem Durchmesser von 
0,3 mm konnten die Figuren mit scharfeckigen Formen nicht 
mehr erhalten werden.*) 
Es sei hier noch kurz auf Nr. 57 hingewiesen, bei welcher 
an Stelle der Saite I ein Eisenmann’scher Electromagnet 
mit Kohlencontact, wie er bei dem electrischen Clavier zur 
Anwendung kommt, den Stromunterbrecher für die Saite II 
1) C. Neumann, Sitzungsber. d. k. Gesellsch. der Wissenseh. 
zu Wien 61. II. p. 93. 1870.
        

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