Bauhaus-Universität Weimar

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Schwebungen. 
44. Vortrag. 
(Schwebungen. — Pseudoschwebungen. — Intermittenz.) 
Alle unsere bisherigen Interferenzversuche lieferten Erscheinungen, 
die, um sie wechselweise darzustellen, unseres Hinzuthuns 
bedurften. — 
Nun gibt es aber Interferenzen, die sich ohne unsere Mitwirkung 
in regelmässig periodischer Folge wiederholen. Wir bedürfen hiezu 
zweier Klänge, die vom Einklänge mehr oder weniger entfernt sind. 
Setzen wir einen einfachen Fall. Der eine der beiden Tonkörper 
(nennen wir ihn A), von dem unsere Klänge herrühren, macht in 
der Secunde 50 verdichtende und 50 verdünnende, also 100 einfache 
Schwingungen, während der andere (B) in derselben Zeit um eine 
Schwingung mehr vollführt. Nehmen wir weiters an, beide Körper 
beginnen mit verdichtenden Schwingungen, so wird die 100. Schwin¬ 
gung von A, als eine verdünnende, mit der 101. von B, die eine 
verdichtende ist, am Ende der ersten Secunde zusammenfallen ; der 
Klang wird also vermöge der Interferenz der entgegengesetzten 
Schwingungsphasen in diesem Momente verschwinden. Am Ende der 
zweiten Secunde hat A 200 Schwingungen gemacht, und abermals 
mit einer verdünnenden geendet; dies ist aber hier auch der Fall 
mit B, dessen 202. Schwingung, die mit der 200. von A jetzt zu¬ 
sammentrifft, ebenfalls eine verdünnende ist. Die gleichen Schwin¬ 
gungsphasen fallen zusammen und verstärken sich mithin. Im vor¬ 
liegenden Falle also werden in Abständen von je einer Secunde 
Abschwächung und Verstärkung abwechselnd aufeinander folgen. 
Dieses Anschwellen und Abnehmen der Klangstärke, welches man 
Schwebungen oder Stösse (Battements) nennt, tritt also jedesmal 
ein, wenn ein Ton dem anderen um zwei einfache Schwin¬ 
gungen vorauseilt. 
Dass aber Schwebungen durch das Zusammentreffen entgegen¬ 
gesetzter Schwingungsphasen entstehen, lässt sich mittels einer in 
zwei Aeste auslaufenden Röhre (Fig. 285) nachweisen. 
Man bringt vor jedem Aste eine Stimmgabel an und macht 
beide Gabeln, die nahe dem Einklänge gestimmt sein müssen, um 
langsame Schwebungen zu geben, ertönen. Verschliesst man einen 
der Aeste der Röhre im Momente, wo der Klang in Folge der bei
        

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