Bauhaus-Universität Weimar

Anhang. 
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klang gab. Nun verschob er den Steg so lang in der Richtung nach 
a, bis der Ton mit jenem, der gemessen werden sollte, vier Stösse 
in der Secunde machte. Dieser Punkt sei lv und seine genau gemessene 
Entfernung von a habe 808*125 betragen. — Hierauf wurde der 
Steg in der Richtung gegen b verschoben, bis mit dem zu messen¬ 
den Tone gleichfalls vier Schwebungen entstanden. Es sei dies der 
Punkt l2, und seine Entfernung von a 823“ 125. 
Es ist demnach lv — n (Schwingungen) -J- 4 (Stössen) und 
1-2 = n (Schwingungen) — 4 (Stössen). 
Da aber, wie Ihnen erinnerlich, die Schwingungszahlen sich 
umgekehrt verhalten wie die Saitenlängen, so muss die Formel 
lauten : 
li .= n — 4 
h — n 4 
oder n — 4 
h ~j~ h 
h — l 1 * 
Substituiren wir den allgemeinen Ausdrücken die gefundenen 
Zahlen 
823125 -j- 808-125 
4 ' 823*125 — 808-125 
1631*25 0 w 
= 4 * —T~— = io875 X 4 = 435; 
I5 . 
435 X 2 = 870, 
so ergibt sich, dass die Schwingungszahl des untersuchten tönenden 
Körpers genau die des Normal-a1 ist. 
Der grosse Vorzug der Einfachheit, welcher diese Methode 
auszeichnet, wird leider paralysirt durch die schon erwähnte Un- 
zuverlässlichkeit der Saite, deren Stimmung bei allen Vorsichten — 
wie Scheib 1er sagt — »nicht 30 Secunden feststeht« und wodurch 
er zur endlichen Einsicht gelangte, »dass ein mathematisches Mono¬ 
chord nicht zu verfertigen sei«. 
Der Weg, den er, das Monochord verlassend, nunmehr ein¬ 
schlug, führte ihn zu einer der subtilsten und verlässlichsten Metho¬ 
den absoluter Tonmessung, worüber später ausführlich. — 
Noch einer hierher gehörenden Methode sei gedacht, die 
Robinson 1822 bekanntgemacht hat. Er spannte auf einem ver- 
ticalen Monochorde zwei Saiten, die eine mittels Wirbels, die andere 
durch Gewicht, und stimmte sie im Einklänge. Wird nun das Ge¬ 
wicht um den 40. Theil, d. i. im Verhältnisse von 802 : 812 ver¬ 
mehrt, so wird das Intervall dem syntonischen Komma 80 : 81 gleich 
sein. Die Zahl der Schwebungen, welche je nach der Tonhöhe
        

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