Bauhaus-Universität Weimar

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Beilage X. 
Beilage X. 
(Zum 37. Vortrage.) 
Die Hervorrufung Chladny’scher Klangfiguren bietet im Allge¬ 
meinen nicht die geringste Schwierigkeit. Die nächstbeste Scheibe 
von beliebiger Configuration, Grösse und starr-elastischer Materie 
(Glas, Metall, Holz, Hartgummi, Cellulose, Gips, Stein u. dgl.) mit 
etwas Sand bestreut, an irgend eine Stelle wagrecht gehalten und in 
der Nähe der letzteren mit einem Bogen gestrichen, erzeugt eine 
solche Figur. Will man aber bestimmte Figuren zuwege bringen, 
so hängt dies von einer Reihe von Bedingungen ab, ohne deren 
Beobachtung man zwar allerdings auch . zum Ziele gelangen kann, 
wenn man über viel Zeit verfügt, um Versuche anzustellen, was nun 
aber nicht Jedermann’s Sache ist. Noch schwieriger gestaltet sich die 
Aufgabe, wenn die bestimmte Figur einer bestimmten Tonhöhe ent¬ 
sprechen soll, denn eine und dieselbe Figur wird je nach der Grösse, 
Dicke und dem Material der Scheibe von einem verschiedenen Tone 
begleitet sein. Man kann mit quadratischen, rectangulären, runden 
und halbrunden, elliptischen, drei- und vieleckigen Scheiben experi- 
mentiren. Am zweckmässigsten bedient man sich quadratischer und 
kreisrunder, im Mittelpunkte wagrecht befestigter Scheiben, weil sich 
auf diesen die mannigfaltigsten und schönsten Figuren in grosser 
Zahl bequem erzeugen lassen. 
Da in keiner der mir bekannten Schriften über Akustik, selbst 
nicht in jener des Entdeckers, solche Angaben sich vorfinden, die es 
Jedem möglich machen, ohne lange Versuche und Mühen bestimmte 
Figuren von bestimmter Tonhöhe hervorzurufen, so glaube ich mit 
den folgenden Angaben Manchem einen Dienst zu erweisen. 
Die Scheiben, auf welchen die nachstehenden Figuren erzeugt 
worden sind, bestehen aus gewalztem Aluminium-Messing '), sind 
glänzend polirt und genau 23 5 Millimeter dick. Die Seite der 
Quadratscheibe, sowie der Durchmesser der runden haben eine Länge 
von 305 Millimetern. Dieselben sind in der Mitte durchbohrt und 
') Diese aus der Aluminiumfabrik in Hemelingen bei Bremen be¬ 
zogenen Platten zeichnen sich durch einen sonoren und langandauernden 
Klang aus. ,
        

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