Bauhaus-Universität Weimar

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Flöte. — Zungen. 
reichen chromatisch vom kleinen a, beziehungsweise von b oder h 
bis zum viergestrichenen c, die Grundtöne nur bis zum zwei¬ 
gestrichenen cts. Die Töne der zweiten und dritten Octave werden 
dadurch erzeugt, dass man die Grundtöne in die Octave, Duodecime 
und zweite Octave überbläst. 
Die Grundstimmung der Flöte wie des um eine Octave höheren 
Piccolo ist D-dur, unbeschadet der Zahl der unter das dl reichenden 
Töne. In der Militärmusik kommen jedoch auch -EVFlöten vor. Der 
zwischen der Anblaseöffnung und dem ersten Tonloche befindliche 
sogenannte Stimmzug dient dazu, um die Tonhöhe des Instrumentes 
beim Zusammenspiele mit jener eines anderen in Einklang zu bringen. 
Sein Gebrauch muss nothwendig die innere Reinheit der Stimmung 
des Instrumentes beeinträchtigen, weil dadurch die geregelten Ver¬ 
hältnisse zwischen den Tonlöchern (die ja ihre gegenseitigen Ent¬ 
fernungen beibehalten) und dem Grundtone alterirt werden. 
Der die obere Rohröffnung verschliessende Pfropf hat die Auf¬ 
gabe, Unzukömmlichkeiten auszugleichen, die sich aus der, in der 
Richtung gegen die Endöffnung conisch verlaufenden Bohrung der 
sogenannten Wiener Flöte in Bezug auf die Reinheit der höheren 
Intervalle ergeben. Ganz vermieden werden dieselben aber nur in der 
nach ihrem Erfinder benannten Böhm-Flöte, die vermöge ihrer 
durchaus cylindrischen Bohrung, grösseren Tonlöcher, und deren 
genau berechneten Abstände die volle Reinheit aller Tonverhältnisse, 
sowie grösseren und gleichmässigeren Ton vor der alten Flöte vor¬ 
aus hat. 
29. Vortrag. 
(Zungen.) 
Die gleichwichtige zweite Gruppe der zahlreichen Familie von 
Tonwerkzeugen, welche der tönenden Luftsäule ihr Dasein verdanken, 
bilden die sogenannten Zungeninstrumente. Ausser der Luftsäule 
hat diese Gruppe mit jener der Labialpfeifen zwar auch das gemein, 
dass bei beiden eine Zunge es ist, die die Schwingungen der Luft¬ 
säule einleitet und unterhält. Allein die Zunge, die bei Labialpfeifen
        

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