Bauhaus-Universität Weimar

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Flöte. 
Verhältniss der Grund- zu den Füllstimmen, wie es der jeweiligen 
Grösse der Orgel entspricht, sowie die vielfachen sonstigen Gesichts¬ 
punkte betrifft, die bei der Anfertigung, Ausarbeitung und Intonirung 
der Pfeifen ins Auge zu fassen sind, so kann auf diese, schon in die 
Technik des Orgelbaues übergreifende Details hier nicht weiter ein¬ 
gegangen werden, und muss ich diesfalls auf die einschlägige reich¬ 
haltige Literatur, insbesondere auf Töpfer verweisen. — 
Von Blasinstrumenten ist nur das bekannte Orchester- und Solo¬ 
instrument, die Flöte (Quer- oder Traversflöte), zufolge ihrer Ton¬ 
bildung, die auf dem Principe der Brandung eines Luftbandes an 
einer gegenüber stehenden Kante beruht, zur Familie der Labialpfeifen 
zu zählen. 
Die Röhre, deren reducirte Länge der Wellenlänge des kleinen 
a°, d. i. des auf vollkommenen Flöten erreichbaren tiefsten Tones, ent¬ 
spricht *), wird an einer in der Nähe des oberen verschlossenen Endes 
angebrachten Oeffnung mit dem Munde angeblasen. 
Die Leichtigkeit und Schönheit der Tonbildung hängt von der 
Richtung, Quantität und Stärke des Anblasestromes, zugleich auch 
von der Stellung der Lippen, besonders der Oberlippe ab. Letzterer 
fällt die ausserdem wichtige Aufgabe zu, die Tonhöhe zu regeln, in¬ 
dem sie sich mehr oder weniger über die Anblaseöffnung legt, um da¬ 
durch das Steigen des Tones bei stärkerem Blasen zu verhindern 
da bekanntlich Labialpfeifen mit zunehmendem Luftdrucke höher 
werden, demzufolge auch auf der Orgel ein An- und Abschwellen 
des Tones durch Intensitätsänderungen im Anblasestrom ausgeschlossen 
ist. Die, den verschiedenen Tönen entsprechenden Wellenlängen 
werden durch, in der Röhre auf bestimmten Entfernungen ange¬ 
brachte Oeffnungen — die sogenannten Tonlöcher — abgegrenzt, 
die theils unmittelbar mit dem Fingerwulste, theils durch Klappen 
verschlossen werden. Jedes Freiwerden einer solchen Oeffnung hat 
aus früher bemerktem Grunde die Wirkung, als wäre die Röhre an 
dieser Stelle abgeschnitten und es reicht also die Wellenlänge des be¬ 
treffenden Tones stets nur bis zu der, der Anblaseöffnung zunächst 
befindlichen, unverschlossenen Oeffnung, welche Oeffnungen selbstver¬ 
ständlich nach den reducirten Rohrlängen berechnet sind. Die Töne 
') Flöten, die nur bis h° oder fr0 in die Tiefe reichen, haben eine dem¬ 
entsprechend kürzere Röhre.
        

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