Bauhaus-Universität Weimar

Eeducirte Längen. 
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Für □ Pf. L = — 2 T, 
» O» i = 
wobei L die Länge der Röhre, 6r die Schallgeschwindigkeit (im 
Durchschnitte 340 Meter), W die Schwingungszahl, T die Tiefe und 
D den Durchmesser bedeutet. 
Zur Erläuterung ein Beispiel. Es soll die Länge einer cylindri- 
schen Pfeife bestimmt werden, deren Durchmesser 29 Millimeter be¬ 
trägt, und die das Normal-ax =■ 870 Schwingungen geben soll. In 
diesem Falle wird L = —^29 X — 39 Cm. — 4’8 Cm., mit¬ 
hin die reducirte Länge 34^2 Centimeter betragen. 
Von der Richtigkeit der Formel können wir uns sofort über¬ 
zeugen, -wenn wir den Versuch mit dieser, den genannten Diameter 
aufweisenden Pfeife durchführen und das hiebei gewonnene Resultat 
mit der Normalgabel vergleichen.a) 
Um die Länge der Strecke experimentell zu ermitteln, um welche 
die schwingende Luftsäule die Grenzen der Röhre überragt, gibt es 
verschiedene Methoden. 
Wird nicht grosse Genauigkeit verlangt, so bedient man sich 
einer über dem offenen Röhrenende gehaltenen Membrane, welche, 
sobald sie in den Schwingungsbereich der Luftsäule gelangt, aufge¬ 
streuten Sand zum Hüpfen bringt (auch ein Federflaum, eine leichte 
Papierzunge kann zu solchem Versuche dienen), oder man nähert 
von zwei gleichgestimmten offenen Pfeifen dem Ende der einen all- 
mälig eine Deckung, bis Schwebungen entstehen. Auch mittels der 
Contactmembrane (siehe Fig. 180) lässt sich die übergreifende Strecke 
constatiren. So lange sich die Membrane im Bereiche der Schwingung 
befindet, tönt die Klingel nicht. 
Genauere Resultate erlangt man mittels einer, von R. König 
ersonnenen Methode, beziehungsweise mittels eines Apparates, den 
i) Auf absolute Genauigkeit können obige Formeln aus dem Grunde 
keinen Anspruch machen, weil die Windstärke wie die Temperatur, für 
welche die Pfeife intonirt und eingestimmt werden soll, dann die Höhe des 
Aufschnittes Coëfficienten bilden, die das Resultat der Rechnung wesentlich 
alteriren können. Allein ihrem eigentlichen Zwecke, einer Pfeife die der 
geforderten Schwingungszahl entsprechende Länge zu geben, leisten diese 
Formeln Genüge.
        

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