Bauhaus-Universität Weimar

Stehende Schwingungen. 
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dessen Spiegel folglich nicht sinken kann. Jede nächste Verdichtungs¬ 
welle erhöht den Wasserstand, bis endlich Druck und Gegendruck 
gleich geworden, demzufolge im Wasserniveau eine 
weitere Veränderung nicht mehr platzgreifen kann. 
Das schliessliche Niveau zeigt die Grösse des Druckes 
an. Bei gewöhnlichem Orgelwinde (circa 100 Milli¬ 
meter) beträgt dieser Druck, die entgegengesetzte 
gleiche Differenz der Verdünnung dazu gerechnet, 
— an 24 Millimeter oder '/430 Atmosphäre.1) An 
der Stelle eines Bauches angebracht, bleibt das 
Manometer fast unbewegt. 
Eclatant ist der Effect, wenn wir das Mano¬ 
meter an der Mitte unserer Versuchspfeife an¬ 
bringen (wodurch sie zur offenen wird), und sie so 
stark anblasen, dass sie in die Octave überschlägt. 
Die Wassersäule zeigt kaum eine Bewegung, wäh¬ 
rend sie, wenn man durch schwächeres Blasen den 
Grundton erzeugt, sofort rapid steigt; abermals ein 
Beweis, dass der Oberton an dieser Stelle keine 
Knotenfläche hat. — Aus dieser verhältnissmässig 
bedeutenden mechanischen Kraft, welche die Schwin¬ 
gungen der Luftsäule entwickeln, erklären sich die Er¬ 
schütterungen noch so starker Wände tönender Pfeifen. 
Dass diese Erschütterungen von den Knotenflächen, den 
Stellen der grössten Verdichtung, ausgehen, lässt sich mit einer Pfeife 
Fier. 181. 
Fig. 182. 
demonstriren, deren eine Wand aus Pergament besteht (Fig. 183), 
die also geringen Widerstand leistet. Aufgestreuter Sand wird sofort 
*) 1 Atmosphäre = 10-336 Millimeter Wassersäule.
        

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