Bauhaus-Universität Weimar

Fortpflanzung des Schalles in dichteren Mitteln. 145 
im Genfersee, indem sie zwei auf eine bestimmte Distanz verankerte 
Schiffe benützten, um von dem einen eine grosse Glocke mit Hammer, 
von dem anderen ein grosses Hörrohr ins Wasser zu hängen. Mittels 
Pulverblitzen verständigten sie sich über den Moment des Anschlages 
der Glocke. 
Später wurden bequemere Methoden ersonnen, um solche Be¬ 
stimmungen auch im physikalischen Laboratorium durchzuführen. 
Die Ergebnisse derselben bestätigten die Richtigkeit der von den 
vorgenannten Physikern für das Wasser direct ermittelten Zahlen. 
Durch directe Versuche in der Art, wie sie für Luft und 
Wasser durchgeführt wurden, ist die Schnelligkeit der Fortpflanzung 
in festen Körpern nur für das Eisen bestimmt worden, indem hiezu 
die mehrere tausend Fuss lange, zusammenhängende Eisenbarrière 
am Hydepark in London benützt wurde. Die Ausführung geschah 
einfach in der Weise, dass man an einem Ende gegen die Barrière 
einen starken Schlag führte und am anderen das Ohr an dieselbe 
legte, und den Zeitunterschied zwischen der Ankunft des Schalles 
durch die freie Luft und der durch das Eisen mass. Man fand, 
dass der Schall das Eisen 15 mal schneller durchlief. — Dieses durch 
ein directes Verfahren gefundene, an sich interessante Resultat erhält 
noch dadurch erhöhte Bedeutung, dass es den Massstab für die 
Zuverlässlichkeit anderer Methoden abzugeben geeignet ist. Zu solchen 
Methoden, die sich in jedem Zimmer leicht durchführen lassen, und 
nicht erst langer Leitungen bedürfen, gehören vorzugsweise die ältere 
von Chladny, welche die Kenntniss der Wellenlänge, beziehungs¬ 
weise der Schwingungszahl des betreffenden Tones in der Luft nach 
Beurtheilung der Tonhöhe mittels Sonometers durch das Ohr zur 
Voraussetzung hat, während die neuere Methode keine dieser Voraus¬ 
setzungen erheischt. Letztere eignet sich ausserdem zugleich, um 
Gase in dieser Beziehung zu untersuchen, und insbesondere um das 
Verhältniss der Fortpflanzungsgeschwindigkeit des Schalles zwischen 
Gasen und dem Glase zu bestimmen, was einfach durch directes 
Ablesen an einem Längenmasse bewirkt wird ; endlich um die Schwin- 
gungszahl des Tones des untersuchten Körpers durch Rechnung in 
ebenso genauer als einfacher Weise zu ermitteln. 
Man verdankt diese ausgezeichnete Methode, mit welcher wir 
noch wiederholt zu thun haben werden, da sie auch bei Nach- 
Zellner, Vorträge über Akustik. I. 
IO
        

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