Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Akustik für Musiker, Sänger, Gesanglehrer und Redner in leichtfaßlicher Darstellung
Person:
Moll, Adolf
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38528/28/
Oie Spracfymelobie. 
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ifyre eigene klormaltonl)öt)e, bie tiefer roar unb fid) nom Stimm* 
ton ber Orgel unterzieh. Später natjm man tool)! bas a als ©runb* 
läge, beffen ioölje roar aber oielen Sdjtoankungen unterworfen. 
Die tarifer Stimmung oon 1788 gibt bas a mit 409 Schwingungen 
an, etwa 421 befafj fie nad) ber älteren mo3art Stimmung, nad) 
ber 2Btener unb berliner Stimmung oon 1850 erhielt bas a 
442 Sd)tüingungen. Die tarifer Kommiffion oon 1858 beftimmte 
für bas a 870 Schwingungen. Da^u muf) bemerkt roerben, baft 
bie Jran^ofen einen Joinfdjtoung bes ^Denbels als eine Schwingung 
anfeljen, wäftrenb roir einen §in^ unb $er[(^n)ung erft als eine 
Schwingung betrauten, 2luf Stimmgabeln, bie in Frankreich ober 
in ber fran3Ö[ifd)en Sdjroeig gemalt finb, finben roir noch ^eute 
bie 3al)l 870 eingraoiert. Sn 2BirkIicE)keit, rechnet man bie Stifte, 
ftimmen fie genau mit unferen überein. Durch eine internationale 
Konferen3 1885 in 2Bien tourbe bie lefttgenannte Sonhöfte oon 
435 als bie allgemein gültige angenommen, fie ift aber troftbem 
nid)t überall burd) geführt, 3. B. nicht in (Englanb. 
5. î»te Spradjmelobie. 
Sn gefungenen Siebern [pridjt man oon einer Btelobie, aber 
aud) bie gefprodjene Sprache unb baraus jebes 2Bort, fa jeber 
Saut f)at [eine Sprad)meIobie. Sm Siebe ift bie Bielobie 00m 
Komponiften feftgelegt nad) Donl)öf)e, Dauer, Kraft unb Dempo. 
Die Klangfarbe liegt im 2ejt, b. ft. in ben eingelnen Sauten unb 
Sautgruppen, fie ift aud) teilroeife abhängig oom Organklang bes 
Sängers. Sn ber Spradjmelobie finb beren Komponenten nid)t 
reftlos oorge[d)rieben, eigentlich nur bie Klangfarbe, bie ber ïeçt 
oerlangt, bie Sntenfität ift oft 3luffa[[ungsfad)e. 
(Eine „Spradjmelobie ift ber 2Bed)feI ber £ont)öIjen ber ge* 
fprod)enen Bebe1' nad) Blarbe, nad) Scripture ift fie „ber Berlauf 
ber 2onhöt)e". Blök machte eingel)enbe Unterfud)ungen unb 3toar 
experimental — phonetifch. (Es tourben bie Schwingungen oon 
100 Berfud)sperfonen aufge3eid)net, bie eine minute lang in ein 
fdjnellaufenbes Kpmograpljion gefprodjen hatten. (Bleid)3eiiig fdjrieb 
er bie 9ltemkuroen auf ein 3toeites Iangfam Iaufenbes Kpmo* 
grapljion. Sm gan3en tourben ettoa ^ mikion Schwingungen ein3eln 
gemeffen unb für bie Unterfu^ung oerroertet. Die kur3 gefaxten 
(Ergebniffe finb unter anberen folgenbe: 
1. Die mittlere Sprechtonhöhe aller 100 Berfudjsperfonen
        

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