Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über ein akustisches Kriterium für Kulturzusammenhänge
Person:
Hornbostel, E. v.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38517/1/
[Z. f. Ethnol. 48, 601/2] 
1 
Über ein 
akustisches Kriterium für Kulturzusammenhänge.1 
Von 
E. y. Hoenbostel. 
„Nichts ist unsinniger als eine Kontroverse ,Entlehnung 
oder Vö-lkergedankeb Eine solche Kontroverse — ich habe es 
hundertmal gesagt — existiert gar nicht.“ Der Ausspruch 
Adobe Bastians — zitiert von K. von den Steinen in seiner 
Gedächtnisrede auf den Altmeister (11. März 1905)2 — mufs 
heute in einer etwas anderen Bedeutungsnuance verstanden 
werden, als er ursprünglich wohl gemeint war. Dafs der 
Völkerkundige ähnliche Erscheinungen antrifft, die unabhängig 
voneinander aus analogen psychischen, physiologischen oder 
psychophysischen Wurzeln entspringen; dafs es andere Kultur¬ 
elemente gibt, die über weite Strecken mit ihren Trägern oder 
ohne diese gewandert sind oder lange Zeiten und vielfache 
Kulturwandlungen überdauert haben, wird kaum jemand mehr 
leugnen. Der Streit, der heute lebendiger ist, denn je3, geht 
auch kaum noch um das Entweder-Oder, vielmehr um die 
Methoden, nach denen die einzelnen ethnographischen Parallelen 
zu beurteilen und die analogen Elemente in Kulturzusammen- 
hänge einzuordnen sind. Die Diskussion über die Methoden 
der ethnologischen Arbeit ist keineswegs überflüssig, vielmehr 
1 Vortrag, gehalten in der Anthropologischen Gesellschaft zu Berlin 
am 17. Juni 1911. Zeitschrift für Ethnologie 43 (1911). 
2 Zeitschr. f. Ethnol. 37, S. 245, 
8 Zum Folgenden vergleiche man Graebners „Methode der Ethno¬ 
logie“ (Heidelberg, 0. Winter, 1911) und die Polemik zwischen Haber- 
landt, Graebner und Foy in Petermanns Mitteilungen 57, 1911, S. 113 bis 
118, 228—234. 
Stumpf, Beiträge VII. 
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