Bauhaus-Universität Weimar

Wolfgang Köhler. 
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fasser so, als schlösse sich an das s noch weiter aufwärts das 
sogenannte „vordere“ ch (z. B. in „lächeln“) an. Die Konso¬ 
nanten s und ch werden bisher, wenn sie bei hohen Pfeifen Vor¬ 
kommen, nicht als solche wiedererkannt und kurzweg als Blase¬ 
geräusche behandelt. Dieses merkwürdige Blasegeräusch ist aber 
an bestimmte Höhengebiete durchaus gebunden und zeigt deut¬ 
lich qualitative Abstufungen noch bei Schwingungszahlen, wo 
man längst in jeden Ton jede Tonhöhe hineinhören kann. Sind 
die ausgesprochenen Vermutungen richtig — und die Erfahrungen 
Hermanns bei Aufnahmen von Konsonanten mit dem Phono¬ 
graphen sprechen zu ihren Gunsten —, so haben wir zwei 
weitere Hauptkomponenten aller „Geräusche“ als Qualitäten ein¬ 
facher Tonempfindungen anzusehen; denn wie die der Vokale ist 
die Erzeugung der Konsonanten nicht ein akustisches Privileg 
des Menschen; für den, der hören will, klingen sie überall, und 
wieder haben wir einen ausreichenden Beleg in den klang¬ 
malenden Worten aller Sprachen. 
Dafs die mitgeteilten Tatsachen nicht einfach an das an¬ 
gereiht werden können, was bisher geläufige Anschauung über 
den Tonsinn war, haben w’ir sogleich zu erkennen gegeben, in¬ 
dem wir den Begriff der Tonhöhe, der den Platz der Tonqualität 
widerrechtlich eingenommen hat, aus seiner Stellung zu ver¬ 
drängen suchten. In dieser Hinsicht viele schon jetzt überzeugt 
zu haben, darauf rechnen wir nicht; doch zweifeln wir nicht 
daran, dafs man uns später beistimmen wird, wenn weitere 
Argumente hinzukommen. — Die Frage nach den physiologischen 
Grundlagen der angegebenen Tatsachen wurde absichtlich nicht 
berührt; noch ist die Zeit nicht dazu. Sehen wir recht, so hat 
jetzt die Pathologie das Wort: Ausfallserscheinungen könnten 
uns wreiter führen. 
Meinen Versuchspersonen sage ich für ihre freundliche Mit¬ 
wirkung, meiner Mitarbeiterin Frl. v. Maltzew für ihre immer 
hilfsbereite Güte, Herrn Geheimrat Stumpe für die unbeschränkte 
Überlassung der Hilfsmittel des Psychologischen Instituts und 
ihre Ergänzung für die Zwecke der Arbeit herzlichen Dank.
        

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