Bauhaus-Universität Weimar

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Beobachtungen über Kombinationstöne. 
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kalisch beeinflusst, nämlich vertieft, wird. Die Zone, innerhalb 
deren dies geschieht, kann man durch schwebende Hilfsgabeln 
feststellen. 
Es hat sich aber für mich und meine Mitbeobachter ganz 
allgemein herausgestellt, dafs nicht blofs die Entfernung sondern 
auch die Stellung des Ohres zu den Schallquellen von ent¬ 
scheidendem Einflufs ist. Wenn man einen D. T. sucht, ist es 
nicht gut, unverändert dieselbe Stellung des Kopfes beizubehalten, 
vielmehr zweckmäfsig, den Kopf zu drehen und auch sonst den 
Raum abzusuchen. Bei einer geringen Drehung tritt oft plötz¬ 
lich ein D. T. hervor, der bei weiterer Drehung wieder ver¬ 
schwindet. Und zwar an gewissen Stellen des Raumes der D1? 
an anderen der D2 und wieder an anderen die über den P. T. 
hegenden K. T. Dies hängt wohl hauptsächlich mit der ver¬ 
schiedenen Stärke der P. T. an verschiedenen Raumpunkten (durch 
Reflexion usf.) zusammen. Aber diesen Unterschieden und ihren 
Ursachen sind wir nicht systematisch nachgegangen. 
Manche Differenzen der Angaben über die Stärkeverhältnisse 
mögen auch dadurch entstehen, dafs das nämliche Intervall sich 
in verschiedenen Tonregionen in dieser Hinsicht verschieden 
verhält. Die folgenden Angaben beziehen sich, soweit nicht 
anderes bemerkt ist, auf die mittlere Lage der P. T., etwa von 
300 bis 1500 Schwingungen. 
Endlich scheint auch bei ganz gleichen Versuchsumständen 
noch ein Rest subjektiver, individueller Verschiedenheiten übrig 
zu bleiben, der in der Organisation des Beobachters seine Wurzeln 
haben wird. 
Die folgenden Beobachtungen sind zumeist an dem Stebn- 
schen Apparat und der Flaschenorgel gemacht, es sind aber 
auch vielfach Resonanzgabeln herangezogen, namentlich um An¬ 
gaben früherer Beobachter, die sich auf Gabeln beziehen, zu 
vergleichen. Die Beobachtungen sind insofern nicht ganz rein, 
als die Obertöne der Pfeifen und der Gabeln hier nicht aus¬ 
geschlossen wurden (aufser in den Fällen, wo gelegentlich anderer 
Feststellungen eine Interferenzeinrichtung gebraucht und dabei 
auch auf die Stärkeverhältnisse geachtet wurde). Ich glaubte 
vorläufig, solange nicht bestimmte theoretische Fragen dazu 
drängen und ganz exakte Angaben ohnedies nicht möglich sind, 
auf das mühsame Ausschalten aller Obertöne in diesem be¬ 
sonderen Falle verzichten zu dürfen. 
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