Bauhaus-Universität Weimar

68 
C, Stumpf. 
[LV. 68] 
auch Schwebungen auf dem D. T. 1. Auch im Hörzimmer waren 
sie an der Öffnung zu hören. Wurden die Schieber für 8, 10, 15 
und 20 eingestellt, so war nichts davon zu vernehmen, auch wenn 
das Ohr ganz dicht an die Öffnung gebracht wurde, obgleich 
dann die beiden D. T. 1 und 3 noch hörbar waren. Sobald der 
Schieber für 20 wieder hineingeschoben, also die Interferenz für 
diesen Oberton abgestellt war, waren sofort wieder Schwebungen 
bemerklich (diese von 4h — 51 herrührend und auf 20 lokalisiert). 
Ich bemerke hier besonders, dafs diese entscheidenden Ver¬ 
suche von den Herren Dr. Abraham und Dr. v. Hornbostel mit 
gleichem Erfolge wiederholt wurden. 
Im Dreiklangapparat sind nun allerdings im allgemeinen die 
Bedingungen für die Entstehung von objektivenD.T. gegeben 
(gemeinsamer Windraum). Aber die Verstärkung im Resonator 
ist schon im Schallzimmer nicht eben beträchtlich, im Beobachtungs¬ 
zimmer kaum bemerkbar. Dafs die D.T., wie sie hier zu hören 
waren, subjektive D. T. waren, geht daraus hervor, dafs sie durch 
Einstellung der Interferenzröhren auf sie selbst, also z. B. bei 
400:500 auf 300, nicht beseitigt wurden, dagegen sofort weg¬ 
fielen, sobald einer der P. T. durch Interferenz ausgeschaltet 
wurde. 
Es scheint mir also sicher, dafs verstimmte Konsonanzen 
aus einfachen Tönen bei keinem Intervall innerhalb der Oktave 
aufser der Quinte Schwebungen zwischen D. T. ergeben. 
Hiermit ist ein neuer Beweis für die Nichtexistenz anderer 
D. T. als des D1 und I)2 unterhalb der P. T., mindestens bei 
den genannten Intervallen, gegeben. Nach Krueger müssen auch 
bei völlig obertonfreien Tönen verstimmte Quarten und grosse 
Terzen deutliche Schwebungen liefern. Die Quarte 300 : 403 mufs 
die D. T. 103, 197, 94, 9, 85 geben, wovon der 1., 3. und 5. mit¬ 
einander schweben müssen. Die Terz 400 : 503 mufs liefern 103, 
297, 194, 91, 12, wovon der 4. mit dem 1. schweben mufs. Sind 
keine Schwebungen vorhanden, so kann der 3. und 5. D. T. bei 
der Quarte, der 4. bei der grofsen Terz nicht existieren. 
Bei der kleinen Terz 5 : 6 und allen übrigen oben angeführten 
Intervallen würde es sich um den D5 handeln. Hier ist nun 
ein besonderer Versuch mit Interferenz überhaupt nicht nötig. 
Denn hier sind von vornherein, sobald man auch nur die ge¬ 
wöhnlichen obertonarmen Klänge, Gabeln oder Labialpfeifen,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.