Bauhaus-Universität Weimar

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C. Stumpf. 
[LV. 60] 
dies aber anders. Ihm ist gerade das Verhalten bei P. T. diesseits 
c4 vor allem von Bedeutung. Wenn hier nichts von sekundären 
D.T. beobachtet werden kann, so folgt, dafs man für die Erklärung 
der Eigenschaften von Zusammenklängen, ihrer Klangfarbe, ihrer 
Konsonanz und ihrer Annehmlichkeitswirkungen nicht auf solche 
D. T. Bezug nehmen darf; es sei denn, dafs man unwahrnehm- 
baren, selbst bei höchster Aufmerksamkeit unter der Schwelle 
bleibenden Empfindungen oder gar rein physiologischen Prozessen 
einen Erklärungswert für jene Probleme zuschreiben will. 
Das abweichende Ergebnis in Hinsicht dieser Regel in der 
transmusikalischen Region veranlagte mich, auch die erste unserer 
Fragen, ob D.T. unter sich neue D.T. bilden, ebenso mit 
höheren P. T. zu prüfen. Es ist bereits erwähnt, dafs das negative 
Ergebnis sich noch bis zu c4 = 2048 findet und in dieser Region 
auch noch in der letzten Zeit von uns bestätigt gefunden wurde. 
Aber die Sachlage änderte sich wieder, als wir zur folgenden 
Oktave übergingen. Wir nahmen 3 Pfeifen mit den Tönen 2568, 
3414, 4614. Die beiden letzten gaben den I)1 1200 und den 
D2 2214. Die beiden ersten gaben den I)1 846. Die erste und 
dritte den I>2 512 (I)1 — 2046 war nicht herauszuhören). Als 
alle drei zusammen angegeben wmrden, kam aber noch ein Ton 
hinzu, der jedesmal verschwand, sobald eine der drei Pfeifen 
abgestellt wurde, und dessen Höhe = 334 bestimmt wurde. Dies 
stimmt haarscharf mit 846 — 512. Der Ton kann auf keine 
andere Weise gedeutet werden denn als sekundärer D. T. dieser 
beiden D. T. Er ist aber wieder äufserst schwach und nur ganz 
in der Nähe der Pfeifen, namentlich der höchsten, zu hören. 
Denselben Versuch machten wir auch noch mit getrennten Klang¬ 
quellen, indem die beiden höheren P. T. mit isolierten Galton¬ 
pfeifchen angegeben wurden. Das Resultat war dasselbe. 
Somit gilt auch diese erste Regel nur innerhalb der musi¬ 
kalischen Region der P. T. Aber in diesen Grenzen scheint sie 
mir ebenso wie die zweite ausnahmslos bestätigt zu werden, so¬ 
fern man nur die gerade hier zahlreichen Täuschungsquellen ver¬ 
meidet. 
Es folgt aus beiden Regeln, dafs die D. T. von Akkorden 
vollständig gegeben sind durch die Summe der D.T. 
der einzelnen Tonpaare. Natürlich müssen aber die Ober¬ 
töne auch als P. T. dabei mit berücksichtigt werden.
        

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