Bauhaus-Universität Weimar

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C. Stumpf. 
[LV. 2] 
erst eine befriedigende Erklärung für das Zustandekommen der 
subjektiven Verstärkung gefunden ist, für den Physiker vielleicht 
überhaupt kein Interesse mehr haben, so hört er damit doch 
nicht auf, zu existieren. 
Mit der philosophischen Unterscheidung von subjektiv und 
objektiv hat natürlich diese Klassifikation nichts zu tun. Der 
Unterschied betrifft nicht das Bewufstsein gegenüber der aufser- 
bewufsten Welt, sondern das Ohr gegenüber der umgebenden 
Luft. Die Töne als solche sind im einen und anderen Falle 
Bewufstseinsinhalte. 
Diese subjektiven K. T.1 gehören bekanntlich zu den um¬ 
strittensten Erscheinungen des Tongebietes. Sie bilden eine 
wichtige Probe für physiologische Hörtheorien, und sie sind nach 
der psychologischen Seite immer wieder, am ausgiebigsten und 
scharfsinnigsten neuerdings von Felix Krueger, für die Theorie 
der Konsonanz in Anspruch genommen worden. Aber sie bieten 
auch immer noch Schwierigkeiten, und zwar nicht blofs hinsicht¬ 
lich ihrer Erklärungsgründe und ihres Erklärungswertes, sondern 
auch in bezug auf den akustischen Tatbestand selbst. Diese rein 
phänomenologische Frage ist durch Krueger neu angeregt 
und unter Beibringung eines äufserst umfangreichen Materials 
ins einzelnste verfolgt worden.2 Da seine Ergebnisse nicht blofs 
1 Wir gebrauchen für „Kombinationston“ oder „Kombinationstöne“ 
im folgenden die Abkürzung K. T. Für Differenztöne, um die es sich 
zunächst und zumeist handelt, schreiben wir D. T., für Summationstöne 
S. T., für die erzeugenden Primärtöne P. T., für den tieferen P. T. t, für 
den höheren Ji. 
2 (A) Beobachtungen an Zweiklängen. j Wundts Philosophische 
Studien, 16, S. 307 f. 
(ß) Beobachtungen an Zweiklängen (Fortsetzung). Ebenda 16, S. 568f. 
Diese beiden Abhandlungen enthalten das Hauptmaterial. Zusammen¬ 
fassende Übersichten und Ergänzungen in folgenden weiteren Arbeiten : 
(C) Zur Theorie der Kombinatonstöne. Ebenda 17, S. 186 f. 
ÇD) Differenztöne und Konsonanz. Archiv f. d. gesamte Psychologie 1, 
S. 205 f. 
(E) Differenztöne und Konsonanz (Fortsetzung). Daselbst 2, S. If. 
Weitere Abhandlungen Kruegers betreffen ausschliefslich die Definition 
der Konsonanz auf Grund der Differenztonerscheinungen (Die Theorie der 
Konsonanz, Wundts Psycholog. Studien 1, S. 305 f.; 2, S. 205 f.; 4, S. 201f.). 
Auf diesen Punkt gehe ich hier nicht weiter ein, nachdem ich bereits 
gezeigt zu haben glaube, dafs selbst unter Voraussetzung seiner gesamten 
Differenztonlehre die Unterscheidung der konsonanten und dissonanten
        

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