Bauhaus-Universität Weimar

136 
C. Stumpf. 
[LV. 136] 
Die Abszissenachse bedeutet die Veränderung des Verhält¬ 
nisses h : t von 1:1 bis 3:1. Die Ordinatenaehse gibt die 
Schwingungszahlen von 0 bis 41 Der P. T. h erhebt sich stetig 
über t, und zwar ist sein Verlauf als gerade Linie gezeichnet, 
indem für die Erhebung über die Abszissenachse die Schwingungs¬ 
zahlendifferenz als Mafs genommen ist. Die Zeichnung veran¬ 
schaulicht, dafs I)l ~h — t, von der unteren Tongrenze aufsteigend, 
bei der Oktave der P. T. mit t zusammenfällt, dagegen D2 = 2t — h 
von t herabsteigend bei der Oktave Null wird, dafs sie sich bei 
der Quinte kreuzen, dafs der S. T. h -f- t bei der Oktave die Duo¬ 
dezime 1 : 3 erreicht usf. 
Die den einzelnen K. T. entsprechenden Linien sind soweit 
geführt, als sie sich haben feststellen lassen, die Linien für 
41 — 3h und 4h — 31 nicht ausgezogen, weil sie als unabhängige 
D. T. nicht so sicher wie die übrigen in Anspruch zu nehmen 
sind. Der zwischen den beiden Haupt-D. T. und den übrigen 
K. T. bestehende gewaltige Stärkeunterschied ist durch die ver¬ 
schiedene Dicke der Linien ausgedrückt. Von den feineren Stärke¬ 
unterschieden, die im Verlaufe der einzelnen K. T. eintreten 
(II, 11 usf.), ist in der Zeichnung abgesehen. 
Für unsere Empfindung bedeutet bekanntlich eine doppelte 
Schwingungszahlendifferenz nicht einen doppelten Abstand der 
Töne, sondern einen geringeren. Um den Verlauf der Töne für 
unsere Empfindung graphisch richtig darzustellen, müfsten daher 
die Geraden in Kurven verwandelt werden. Speziell h — t und 
h -f- t würden dann nicht parallel zueinander verlaufen, sondern 
sich von beiden Seiten her der A-Linie nähern; ungefähr in Form 
logarithmischer Kurven. Dieser Tatbestand liefs sich aber ohne 
Willkürlichkeiten in der Zeichnung nicht wdedergeben, da für 
den genaueren Verlauf der Empfindungskurven bei veränder¬ 
lichem Tonverhältnis noch die zureichenden Daten fehlen. Es 
schien daher zweckmäfsiger, die objektiven Unterschiede der 
Schwingungszahlen für die Ordinatenkonstruktion zugrunde zu 
legen. Aber die wirklichen Empfindungsverhältnisse mufs man 
dabei nicht aus der Erinnerung verlieren, um sich den Sach¬ 
verhalt, wie er dem Beobachter erscheint, zu vergegenwärtigen. 
2. Wenngleich mit der Inventarisierung der beobachtbaren 
K. T. des menschlichen Ohres unsere phänomenologische Aufgabe 
erledigt ist, sei es doch gestattet, einige Bemerkungen anzufügen, 
die sich bei der Vergleichung der Beobachtungen mit der immer
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.