Bauhaus-Universität Weimar

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C. Stumpf. 
[LV. 130] 
Gabel gehalten wurde.1 Ich fand dies bestätigt und hörte unter 
gleichen Umständen sogar noch bei 1 : 10 den Ton 11 ganz 
deutlich, wenn die höhere Gabel, während das Ohr am Kasten 
der tieferen lag, stark angeschlagen wurde. Allerdings ver¬ 
schwand er mit dem Ausschwingen der höheren Gabel ziemlich 
rasch; aber zunächst war er von dem Tone 10 deutlich unter¬ 
scheidbar und beide gaben scharfe Schwebungen miteinander. 
An diesen Schwebungen schien mir auch der I)x = 9 beteiligt 
zu sein. Doch konnte ich diesen nicht so klar für sich wahr¬ 
nehmen. Er ist bei so weitem Intervall entschieden schwächer 
als der S. T. Bei 1 : 12 hörte ich unter gleicher Versuchs¬ 
einrichtung auch noch scharfes Schwirren auf 12, aber der 
S. T. 13 war nicht mehr deutlich für sich zu hören. 
Auch hier habe ich öfters Interferenz auf 2 h angewandt, 
um die Entstehung auf dem Wege 2 h — (h — t) auszuschliefsen, 
wenngleich eine solche schon durch die allgemeine Regel unter 
II, 3 ausgeschlossen erscheint. Auch dafür war gesorgt, dafs er 
nicht als B1 zweier Obertöne untereinander entstehen konnte; 
z. B. bei 4 : 11 müfste ja dazu noch der 10. Teilton vorhanden sein. 
Es stellte sich übrigens auch hier heraus, dafs bei Herüber¬ 
leitung beider P. T. ins Beobachtungszimmer ein objektiver 
S. T. zustande kommt, der sehr gut zu hören ist, durch einen 
auf ihn abgestimmten Resonator verstärkt wird, bei Ausschlufs 
eines P. T., ja beider P. T., durch Interferenz bestehen bleibt und 
sogar deutlicher wird, dagegen selbst durch Interferenz aus¬ 
geschlossen werden kann. Man mufs daher, um den subjektiven 
S. T., der viel schwächer ist, zu bekommen, einen der P. T. erst 
im Beobachtungszimmer hinzufügen. Will man den Interferenz¬ 
versuch hinsichtlich des Obertons 2 h machen, so mufs natürlich 
h im Schallzimmer gegeben und t im Beobachtungszimmer bei¬ 
gefügt werden. Es zeigte sich hierbei, dafs der subjektive S. T. 
des Intervalls d : c2 noch 10 cm weit von der Röhre bestehen 
blieb, während von dem Oberton 2h bei genügend ausprobierter 
Interferenzwirkung höchstens unmittelbar vor der Röhre noch 
Spuren vorhanden waren, 2 cm weiter schon nichts mehr. 
1 Zeitschr. f. Psych. 11, S. 188. JDie daselbst zitierten Beobachtungen 
Appunns über S. T. bei 1:10 und 1:12 sind mir (wenn anders A. Appunn, 
Ann. d. Phys. N. F. 62, 338 gemeint ist) nicht ganz unverdächtig, da sie an 
seinem Obertonapparat gewonnen zu sein scheinen, wobei unechte S. T. 
auftreten.
        

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