Bauhaus-Universität Weimar

[XXVII. 168] Erkennen v. Intervallen u. Accorden bei sehr kurzer Dauer. 21 
b) Die Unterschiede unter den Intervallen in 
Bezug auf ihre Erkennbarkeit. 
Vergleichen wir das Verhältnifs der r und f bei den ver¬ 
schiedenen Intervallen. Folgende Reihenfolge der Intervalle in 
Bezug auf die Gröfse des Quotienten ergiebt sich aus Tab. B, 
C, E und F (denen mit gröfseren absoluten Zahlen). 
Tab. B: VIII, IX, 7, IV, XII, V; X, III, VI, #IV, 6, #XI, XL 
„ C: VIII, XII, III, V, 7, IV; X, XI, IX, VI, #IV, 6, #XI. 
* E: VIII, IV, IX, XII, V, III; 7, X, #IV, 6, jfXI, VI, XL 
„ F: VIII, XII, III, IX, IV, V; 7, X, VI, #IV, 6, XI, #XI. 
Durchgängige Constanz zeigt sich nur, insofern überall und 
immer die Octave, und zwar weitaus, an der Spitze bleibt. 
Man kann sagen, dafs sie so gut wie immer richtig beurtheilt 
wird, wenn sie überhaupt als Intervall, als Zweiheit von Tönen 
erkannt wird. Hierin stimmen auch M. Meyer’s und R. Schulze’s 
Ergebnisse mit den mehligen überein.1 
Im Uebrigen aber ist eine ganz bestimmte Reihenfolge nicht 
aufzustellen. Dies hängt theilweise an gewissen Abnormitäten 
oder besser individuellen Eigenthümlichkeiten, die sich auch an 
den besten Beobachtern finden. So stehen namentlich bei K. 
die None und Septime auffallend günstig, was dann auch bei der 
grofsen Anzahl von K.’s Urtheilen auf die Summentabellen E 
und F erheblichen Einflufs gewinnt. 
Nur soviel läfst sich noch deutlich erkennen, dafs in der 
ersten Hälfte der Intervallreihe aufser der Octave allgemein auch 
die Duodecime, Quarte und Quinte zu stehen kommen.2 Man 
kann darin einen Einflufs der Consonanz, beziehungsweise Ver¬ 
schmelzung erkennen ; aber es wäre, wie man sieht, verfehlt, aus 
Versuchen dieser Art den Consonanzgrad überhaupt bestimmen 
zu wollen. Wahrscheinlich hat aufser Zufälligkeiten und indivi¬ 
duellen constanten Eigenthümlichkeiten (die auf habituellem Merk- 
lichkeits- oder Gefühlsübergewicht gewisser Intervalle für eine Person 
1 Meyer a. a. 0. 407, Schulze a. a. 0. 487 (Tab. XI). 
2 Auch in einer Versuchsreihe Meyer’s, bei welcher die Aufgabe einer 
Benennung des Intervalls gestellt, das Urtheil überdies dadurch, dafs der 
tiefere Ton immer stärker als der höhere angegeben wurde, erschwert, da¬ 
gegen die Zeitdauer auf 0,52 Sec. verlängert war, ergab sich, dafs die 
dissonanten Intervalle weniger gut erkannt wurden. Doch enthält die 
Tabelle nur geringe Versuchszahlen (a. a. 0. 408).
        

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