Bauhaus-Universität Weimar

Neueres über Tonverscbmelzung. 
Von 
Gael Stumpf. 
Seit meinen auf die Verschmelzungsstufen bei gleichzeitigen 
Tönen bezüglichen, im II. Bande der Tonpsychologie 1890 ver¬ 
öffentlichten Untersuchungen sind zwar die behaupteten That- 
sachen von Verschiedenen als zutreffend und zugleich als der 
richtige Ausgangspunkt für die Definition der Konsonanz an: 
erkannt worden, aber bis vor kurzem ist keine eingehendere 
Untersuchung zu ihrer Bestätigung oder Widerlegung veröffent¬ 
licht, abgesehen von blofs begrifflichem Räsonnement, das uns 
meines Erachtens vorläufig nicht weiter bringt. Nur Külpe hat 
in einigen Punkten abweichende Beobachtungen angegeben.1 Kürz¬ 
lich indessen' (August 1897) ist eine systematische Nachprüfung 
meiner Angaben und eine Fortsetzung der Versuche durch A. Faist 
und sogleich darauf eine zweite durch Meinono und Witasek ver¬ 
öffentlicht worden.2 Faist ging aus von der Selbstbeobachtung 
über die Reihenfolge der Intervalle in Hinsicht der Ver¬ 
schmelzung, fügte auch die Angaben eines anderen musikalischen 
Beobachters hinzu, beschäftigte sich dann aber hauptsächlich mit 
der indirekten Feststellung durch Kollektivversuche an Un¬ 
musikalischen nach Art der meinigen, wobei die Frage vorgelegt 
wird, ob ein gehörter Zweiklang einen oder mehrere Töne enthalte, 
und eine gröfsere Zahl von falschen (Einheits-) Urteilen als An¬ 
zeige einer stärkeren Verschmelzung angesehen wird, sofern nicht 
noch andere Ursachen im gleichen Sinne wirken können. Mei- 
nong und Witasek betraten nur den Weg der direkten Beob- 
1 Grundrifs der Psychologie, 1893. 
2 Zeitschrift f. Psychologie Bd. XV. S. 102 ff. und S. 189 ff. 
Stumpf, Beiträge II.
        

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