Bauhaus-Universität Weimar

[VL Kongr. 305] 
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Über neuere Untersuchungen zur Tonlehre1). 
Yon 
C. Stumpf. 
Die aufsehenerregenden Neuerungen auf dem tonpsychologi¬ 
schen Gebiete, die uns die letzten Jahre gebracht haben, ver- 
anlaßten unseren Vorsitzenden, mir ein Referat darüber anzutragen. 
Da ich begreiflicherweise von den Neuerscheinungen mit Begier 
Kenntnis genommen, bin ich bereit, sowohl zu referieren als 
Stellung zu nehmen, soweit es mir gegenwärtig möglich erscheint. 
Es soll sich dabei aber nicht um eine Literaturübersicht handeln, 
die Vollständigkeit anzustreben hätte, sondern nur um die Unter¬ 
suchungen über die Elemente oder Grundeigenschaften 
der Gehörserscheinungen. Nur durch diese Beschränkung ist 
es möglich, einigermaßen tiefer in die Streitfragen einzugehen. Es 
gehört dazu die von Brentano und Révész erneuerte Unter¬ 
scheidung zweier Momente in der sog. Tonhöhe, eines mit den 
Schwingungszahlen parallel fortschreitenden und eines mit Ver¬ 
doppelung der Schwingungszahl periodisch wiederkehrenden Mo¬ 
mentes 2). Dann die auf dem Innsbrucker Kongreß zuerst vorgetragene 
Ü Vortrag auf dem 6. Kongreß der Gesellschaft f. experimentelle Psycho¬ 
logie, April 1914. Aus dem Kongreßbericht abgedruckt, mit einzelnen Korrekturen. 
2) F. Brentano, Untersuchungen zur Sinnespsychologie, 1907, S. lOlff. 
Im kurzen Auszug 1905 für den Intern. Psychologenkongreß in Pom gedruckt. 
Bereits 1890 wurde diese Ansicht als die Brentanos in meiner „Tonpsychologie“, 
II 199ff., erwähnt und besprochen. 
G. Révész’ akustische Arbeiten seien hier sogleich zusammen angeführt, 
obgleich er die erste darunter erst später mit der obigen Lehre in Zusammenhang 
gebracht hat: Über Orthosymphonie (mit v. Liebermann) Zeitschr. f. Psych., 
48, 259 ff. Auch in diesen Beiträgen 4. — Nachweis, daß in der sog. Tonhöhe zwei 
voneinander unabhängige Eigenschaften zu unterscheiden sind. Nachrichten der 
Göttinger Gesellsch. d. Miss. Math.-phys. Kl., 1912. — Über binaurale Tonmischung. 
Daselbst (mit v. Liebermann). — Experimentelle Beiträge zur Orthosymphonie 
und zum Falschhören (mit v. Lieb ermann). Zeitschr. f. Psych. 63, 286ff. — 
Über eine besondere Form des Falschhörens in tiefen Lagen (mit v. Liebermann), 
daselbst, S. 325 ff. — Zur Grundlegung der Tonpsychologie, 1913. 
Stumpf, Beiträge VIII. 
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