Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Erkennen sukzessiv gegebener musikalischer Intervalle in den äußeren Tonregionen
Person:
Maltzew, Catharina v.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38502/98/
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Catharina v. Maltzew. 
[LXIV. 256 
Griff vorgestellt“. Vp. M. (geg. Sp3): „sp; mufste in Noten 
denken, um zu erkennen“. Vp. A.: „Kontrolle durch Tasten“. 
Einige Vpn. hatten aber weder Schemata, noch Tasten oder 
Bewegungsvorstellungen. So schreibt Vp. Hsch. : „ Vorstellungen 
von Noten oder Instrument sind nicht vorhanden, höchstens 
bei der aufsteigenden Quarte, welche den gewöhnlichen Schlufs 
V—I repräsentiert ; dabei eine Bewegungsvorstellung auf Orgel¬ 
pedalen.“ 
7. Nur wenige Worte sind noch über die Beurteilung von 
Intervallen mit Hilfe des absolutenTonbewufstseinszu 
sagen. Bei Vpn., welche absolute Tonhöhen mit Leichtigkeit 
erkennen, fehlt häufig das Erleben des Schrittes als solchen. 
Das Intervall wird vielmehr aus den absoluten Tonhöhen er¬ 
schlossen. So finden wir z. B. bei Vp. Mü. sehr häufig 
Beobachtungen, wie : „Zuerst die einzelnen Töne vorhanden, 
daraus Intervall festgestellt.“ Dies ist sein gewöhnliches Ver¬ 
halten, wie auch das von Vp. Abr. (vgl. S. 100) und zum 
Teil von anderen Vpn. mit absolutem Tonbewufstsein. Vp. 
Hb.: (Geg. sp3 h—a) Ji—a\ Tonname „/&“ schon da, bevor der 
zweite Reiz gegeben. Intervalleindruck erst, nachdem auch 
„a“ schon da war.“ (Geg. c3—7^3): „c— ä“, wie oben erst aus 
den Ton Vorstellungen konstruiert: das ist eine Septime; dann: 
gr. Septime“. Vp. Rp. : (geg. e3—c4) „d—b, zuerst hatte ich 
gewufst, dafs die Töne d—b sind, daraus konstruierte ich, dafs 
das Intervall s ist.“ 
Es wäre aber verfehlt, den Vpn. mit absolutem Tonbe¬ 
wufstsein das Schritterlebnis völlig abzusprechen. Bei 
allen meinen Vpn., welche ein absolutes Tonbewufstsein be¬ 
sitzen (aufser Vp. Mü.) kamen Fälle vor, wo sie aussagten, 
dafs sie das Intervall als solches beurteilten, nicht nur die 
absoluten Tonhöhen. Vp. Abr. (geg. q4): „Beide Urteile gleich¬ 
zeitig („absolutes“ und das Intervallurteil)“ (geg. Q c4—fs): 
„erst absolut c, dann Quintcharakter, dann f“. Solche Urteile 
sind bei Vp. Abr. sehr selten; viel häufiger bei Vpn. Bö., Hb. 
und sehr häufig bei Vp. Rp. : (Geg. s3 fis— d): „Ich hatte den 
ersten Ton als d, den zweiten als c aufgefafst, zugleich aber 
wufste ich, dafs es ein Intervall wie e—c“. „T (/*4—a4). Dafs 
die Töne wirklich f—a sind, kam mir erst nachher zum Be- 
wufstsein, dies hatte aber auf das Urteil keinen Einflufs“.
        

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