Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Erkennen sukzessiv gegebener musikalischer Intervalle in den äußeren Tonregionen
Person:
Maltzew, Catharina v.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38502/95/
[LXIV. 253] Das Erkennen sukzessiv gegebener musikalischer usw. 129 
Schritte sind ja ähnlich. Um zur Entscheidung zu gelangen, 
reproduziert die Vpn. häufig eines der beiden Intervalle, z. B. 
die gr. Sexte und vergleicht es mit dem gegebenen. Stimmt 
die gr. Sexte mit dem vorgelegten Schritt überein, so urteilt 
die Vpn. „gr. Sexte“, widrigenfalls nennt sie sofort das andere 
in Frage kommende Intervall. Vp. Br. (Gegeben s3): „Als 
Sexte unmittelbar und durch Vergleich mit der gr. die kl. 
Sexte erkannt.“ Vp. M. (Gegeben s4): „Vergleich mit der gr. 
Sexte.“ Vp. Rg. (Gegeben sk4): „Gesungen Sk, gesehen, dafs 
es sk ist.“ Vp. Br. (Gegeben T3): „Unmittelbar. Durch Ver¬ 
gleich mit der t bestätigt.“ Der Vergleich kann auch zwischen 
mehreren in Betracht kommenden Schritten stattfinden, z. B. 
zwischen 3—4 Intervallen, die der Distanz nach einander nahe 
liegen. 
Fall b : Ungeläufige Schritte wurden in geläufige aufgelöst 
und mit Hilfe dieser bestimmt. Dieses Hilfsmittel haben die 
Vpn. sehr häufig angewandt, die einen — um den un¬ 
mittelbaren Eindruck nachzuprüfen, andere — um statt eines 
schweren Schrittes einen leichteren beurteilen zu können und 
daraus einen Erfahrungsschlufs auf das gegebene ungeläufige 
Intervall zu machen. Vp. Hsch. (Sp3 aufst.) : „Sp nach Oktave 
aufgelöst“. Vp. A. (Tr3 aufst.): „Tritonus zur Quinte ergänzt“. 
Vp. Rg. : „sp3 — Auflösung nach unten“. Vp. Rp. (Gegeben 
sp5 abst.): „Gleichzeitig mit dem unteren Ton tritt ein 
Spannungsgefühl auf, das Intervall drängt zur Auflösung. Vp. 
Br. : „Auflösung des unteren Tones des Tritonus (absteigend) 
nach der Quarte“. „Auflösung des unteren Tones der s nach 
der Q. Die Betrachtung der vorliegenden Auflösungen läfst 
die Tendenz erkennen, die Intervalle in der Richtung zu ver¬ 
ändern, wie es die musikalische Stimmführung verlangt. Ein 
Beweis dafür, dais hier die musikalische Erfahrung von grofser 
Bedeutung ist. Ferner bemerken wir, dafs diese willkürlichen 
Veränderungen der Intervalle beinahe dieselben sind, welche 
sich unbemerkt bei unseren Intervall versuchen und Nachsinge- 
versuchen einstellten und die typischen Fehlerarten bedingten. 
4. Fall c. Ungeläufige Schritte wurden durch Einsetzen 
geläufiger bestimmt und weite Schritte durch Einsetzen enger. 
Ich lasse die Beobachter selbst darüber aussagen. Vp. S. 
(3gestr. Oktave): „s = Q + sk“. Vp. A. „Tritonus — mit 
Stumpf, Beiträge VIT. 9
        

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