Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Erkennen sukzessiv gegebener musikalischer Intervalle in den äußeren Tonregionen
Person:
Maltzew, Catharina v.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38502/91/
[LXIV. 249] -Das Erkennen sukzessiv gegebener musikalischer usw. 125 
(4gestr. Oktave): „In der 4gestr. Oktave das Urteil manch¬ 
mal schwerer als in der 3gestr., aber meist zuerst, dann 
Gewöhnung an die Klangfarbe.“ Bei anderen Vpn. finden 
sich auch analoge Aussagen über die störende Wirkung der 
Klangfarbe. Viel häufiger noch sind Beobachtungen über den 
Einflufs von ungewohnt grofsen Klangfarben — bez. Tonfarben¬ 
unterschieden. Diese wurden von den Vpn. zu Anfang für 
besonders störend erklärt, allmählich aber merkten die Vpn., 
dafs die Gröfse der Klangfarbenunterschiede ungefähr der 
Gröfse der Intervalle parallel lief und benutzten sie als 
Kriterien zur Intervallschätzung in höheren Regionen (vgl. 
darüber S. 105). Das Brummen der tiefsten Töne wurde bis¬ 
weilen auch als ungewohnt und störend von den Vpn. be¬ 
zeichnet, da aber das Intervallurteil stark durch Obertöne 
unterstützt worden ist, kam diese Störung wenig zur Geltung. 
Vp. v. Hb. bemerkte nur, dafs die grofsen Klangfarbenunter¬ 
schiede die Intervalle gröfser (oktavenerweitert) erscheinen 
lassen. 
4. Über die von den Beobachtern angewandten Hilfsmittel 
zur Beurteilung von Intervallen. 
a) Die Vpn. pflegten zur Erleichterung der Beurteilung 
das gegebene Intervall zu wiederholen, 
Diese Wiederholung geschah entweder durch halblautes Nach¬ 
singen, Nachpfeifen, oder durch Kehlkopf- und Lippenbewe¬ 
gungen, durch „inneres Nachsingen“, endlich durch blofses Vor¬ 
stellen des Schrittes.1 Diese Hilfsmittel sind so bekannt, dafs 
ich nur wenige Beispiele aus den Aussagen hinzufüge: Vp. 
Rp. (Gegeben SpA) „Zuerst sehr unsicher. Ich mufste nach¬ 
singen in kl. Oktave. Ich hatte schon zu Anfang den rich¬ 
tigen Intervalleindruck, hatte ihn aber noch nicht erkannt. 
Erst beim wirklichen Nachsingen erkannte ich den ursprüng¬ 
lichen Intervalleindruck als sp.“ Vp. L. (Gegeben s4): „s ; 
nicht sicher; erst nach mehrmaliger Prüfung durch Lippen¬ 
bewegungen das Intervall erkannt.“ Vp. Hsch. : Kehlkopf¬ 
bewegungen sind oft Hilfsmittel zur Erkennung von Inter¬ 
vallen.“ Vp. Rp. (spj: „Ich hatte zwar sofort sp-Eindruck, 
war aber unsicher und mufste innerlich nachsingen, wobei es 
1 Stumpf. Tonpsychologie, Bd. I, S. 175.
        

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