Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Erkennen sukzessiv gegebener musikalischer Intervalle in den äußeren Tonregionen
Person:
Maltzew, Catharina v.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38502/73/
jLXIV. 231] Das Erkennen sukzessiv gegebener musikalischer usw. 107 
namentlich, dafs geläufige Schritte, welche bei der Mehrzahl der Vpn. 
die besten Resultate ergaben, bei einigen Beobachtern relativ schlecht 
beurteilt worden sind. So bei Vp. Mü. die kl. Terz und Quinte, bei Vp. 
Br. die Quinte, bei Vp. Gst. die Oktave und Quinte, bei Vpn. Rp. und 
Rg. die Oktave. Vergleichen wir diese Ausnahmen mit den eben be¬ 
sprochenen, so merken wir, dafs sie in vielen Fällen eine gewisse 
Analogie zeigen: Diejenigen Vpn., welche vermieden haben, bestimmte 
geläufige Intervalle in das gegebene Material hineinzuhören, haben die¬ 
selben auch häufig falsch beurteilt, während die anderen Vpn., welche 
dieselben oft hineinzuhören pflegten, sie auch besser beurteilten, als die 
übrigen Schritte: Bei Vp. Mü. ist die Quinte sehr selten für andere 
Intervalle genannt worden, bei Vp. Br. gleichfalls, bei Vpn. Gst., Rp. 
und Rg. gilt dasselbe für Oktave. Es gibt freilich Fälle, wo diese 
Parallele versagt (Vp. Gst. hinsichtlich der Quinte, Vpn. Br. und L. hin¬ 
sichtlich der Oktave); da sie aber in so vielen Fällen besteht, auch in 
der ögestr. Oktave, aufser diesen letztgenannten Tendenzen noch viele 
andere Einflüsse das Urteil bestimmen, so liegt der Gedanke nahe, die 
Abweichungen in den Tabellen einiger Vpn. im Vergleich zu der Mehr¬ 
zahl eben auf die Verschiedenheit der oben genannten Tendenzen — 
geläufige Intervalle hineinzuhören oder zu vermeiden — zurückzuführen. 
Hiermit glaube ich die Hauptergebnisse der bisher ge¬ 
schilderten Versuche erklärt zu haben. Die Zusammenfassung 
der theoretischen Ausführungen soll erst erfolgen, nachdem 
gezeigt ist, inwiefern Intervallversuche in den tiefen Regionen 
die erwähnte Theorie bestätigen. 
Intervallversuche in tiefen Regionen. 
Die Intervallversuche in tiefen Regionen habe ich in der 
Berliner Singakademie gemacht. Für die Genehmigung deren 
Orgel für Versuchszwecke zu benutzen, bin ich dem Direktor 
der Akademie, Herrn Professor G. Schumann, zu grofsem Dank 
verpflichtet. Das von mir gewählte Orgelregister war „Violon“; 
ich mufste eben dieses Register nehmen, weil es in der tiefsten 
— der Kontra-Oktave noch am wenigsten Obertöne enthielt. 
Ein obertonfreieres Prinzipale war freilich in der grofsen Oktave 
da, ich konnte es aber nicht benutzen, weil es nur mit Metall¬ 
pfeifen verbunden war, welche für die Kontra-Oktave nicht 
vorhanden waren. Die Versuchsbedingungen sollten aber in 
beiden Oktaven möglichst gleich sein, damit die gewonnenen 
Resultate vergleichbar wären. Die von mir gebrauchten Holz¬ 
pfeifen waren mit der Pedalklaviatur verbunden. Vor dem
        

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