Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Erkennen sukzessiv gegebener musikalischer Intervalle in den äußeren Tonregionen
Person:
Maltzew, Catharina v.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38502/2/
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Catharina v. Maltzew. 
[LXIV. 162] 
dem Stumpf und Meyer gezeigt haben \ dafs die dazu ver¬ 
wendete ÂPPUNNsche Gabelserie von 6144 Schwingungen auf¬ 
wärts ganz falsch abgestimmt war. Von Preyers 20 Inter¬ 
vallen der höchsten Region entsprechen nur 3, die unterhalb 
jener Grenze liegen, den von ihm angegebenen Verhältnissen. 
Versuchsanordnung. 
Die Versuche in den höheren Regionen der Tonreihe 
machte ich an einem Satz von Lippenpfeifen aus Zinkblech, 
deren Umfang von der 3- bis zur 8gestr. Oktave reicht. 
Die Luft wurde den Pfeifen durch einen Blasebalg zugeführt, 
dessen Druck grofse Konstanz zeigte. Das liefs sich dadurch 
kontrollieren, dafs rein gestimmte Oktaven fast bis zum völligen 
Sinken des Blasebalgs schwebungsfrei blieben. Ich benutzte 
zunächst Pfeifen von e3 *—e6, in der Absicht, noch eine weitere 
Oktave hinzuzunehmen, falls das Intervallurteil sich in der 
Höhe von c6 noch als möglich erweisen würde. Das war aber 
nicht mehr der Pall. Die erste, bei so hohen Pfeifen besonders 
schwierige, Stimmung machte der Herr Orgelbauer Dinse, von 
dem das Instrument bezogen war; ich bin ihm für sein Ent¬ 
gegenkommen auch später bei Reparaturen einiger Pfeifen zu 
grofsem Dank verpflichtet. 
Die Kontrolle der Stimmung, welche jedesmal un¬ 
mittelbar vor den Versuchen vorgenommen werden mufste, 
besorgte ich selbst und zwar hielt ich mich an die von Stumpf 
empfohlene Differenztonmethode. Jeder neue Ton wurde 
so lange geändert, bis er die richtigen Differenztöne mit 
mehreren der schon kontrollierten Töne gab. Das e3 wurde 
nach einer KÖNiGschen Gabel gestimmt (a1 * = 430,55), die übrigen 
Töne nach diesem c3 und zwar in reinen, nicht temperierten 
Intervallen. Natürlich wurde darauf geachtet, die Luft¬ 
temperatur des Arbeitszimmers möglichst konstant (etwa auf 
15° R.) zu halten, da sich die hohen Pfeifen mit der Tempe¬ 
ratur merklich ändern. 
1 C. Stumpf und H. Meyer. Schwingungszahlbestimmungen bei sehr 
hohen Tönen. Annalen der Physik und Chemie 61 (1897). Stumpf, Be¬ 
stimmung hoher Schwingungszahlen durch Differenztöne. Ebenda 68 
(1899).
        

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