Bauhaus-Universität Weimar

[LIX, 161] 
151 
Differenztöne und Konsonanz. 
Von 
C. Stumpf. 
Zweiter Artikel. 
In meiner Kritik von F. Kruegers Konsonanztheorie1 
habe ich, genau seiner Darstellung folgend, die Merkmale auf- 
gezählt, die nach ihm den Unterschied von Konsonanz und Dis¬ 
sonanz einschliefslich ihrer Gradabstufungen bedingen. Unter 
diesen Merkmalen steht an erster Stelle die Unreinlichkeit, die 
bei dissonanten Intervallen dadurch entstehen soll, dafs von den 
5 unter den Primärtönen liegenden Differenztönen, die nach 
Krueger jeder Zusammenklang zweier einfacher Töne liefert, 
die zwei tiefsten untereinander Schwebungen und Zwischentöne 
bilden. Ich entwickelte dann, indem ich zunächst die 5 Differenz¬ 
töne als gegeben zugrunde legte, eine Reihe von Konsequenzen 
dieser Lehre, die mir mit den Tatsachen des musikalischen Gehörs 
nicht vereinbar schienen. Meiner Kritik und den von Th. 
Lipps erhobenen Einwänden hat Krueger eine umfangreiche Er¬ 
widerung in vier Abhandlungen gewidmet, die in eine weitere 
Durchführung seiner Lehre ausläuft.2 
Bereits zur Zeit meines Angriffes verschwieg ich dem ge¬ 
ehrten Verfasser nicht, dafs ich von seinen Differenz tönen aufser 
dem ersten und zweiten nichts beobachten könne. Ich setzte 
seine Aufstellungen, um die Konsequenzen zu prüfen, als un¬ 
eingeschränkt richtig voraus (,,als wahr unterstellen“ nennt 
dies der Jurist). Aber ich war weit davon entfernt, sie als 
1 Diese Beiträge IV, S. 90 ff. 
2 Die Theorie der Konsonanz. In Wundts Psychologischen Studien, 
Bd. I, II, IV, V.
        

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