Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Variations- und Unterbrechungstöne in ihrer Beziehung zur Theorie des Hörens
Person:
Schaefer, Karl L.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38497/1/
[Char.-Ann. 658] 
88 
Über Variations- und Unterbrechungstöne in ihrer 
Beziehung zur Theorie des Hörens.1 
Von 
Karl L. Schaefer. 
Die Variationstöne und die Intermittenz- oder 
Unterbrechungstöne fallen in jenes Gebiet der physio¬ 
logischen Akustik, welches ich in meinem Artikel „Gehörssinn“ 
in Nagels Handbuch der Physiologie 2 als das der sekundären 
Klangerscheinungen bezeichnet habe. Es sind darunter 
diejenigen akustischen Phänomene zu verstehen, welche beim 
Zusammenklang zweier (oder mehrerer) einfacher Töne neben 
letzteren, den sogenannten Primärtönen, eben als Folge von deren 
Zusammenwirken, also sekundär, auf treten. Zu den sekundären 
Klangerscheinungen gehören aufser den hier in Rede stehenden 
Tönen noch die Schwebungen sowie die Kombinations¬ 
töne, welche ihrerseits wieder in die Unterabteilungen Sum¬ 
mations- und Differenztöne zerfallen. 
In den grundlegenden und bahnbrechenden akustischen 
Untersuchungen, die Helmholtz in seinem klassischen Werke 
„Lehre von den Tonempfindungen“ niedergelegt hat, sind zwar 
die Schwebungen und Kombinationstöne soweit behandelt, als 
sie dem grofsen Forscher für das Verständnis der Tatsachen 
des Hörens und namentlich für die Theorie der Konsonanz und 
Dissonanz wichtig erschienen, die Variationstöne aber nur ge¬ 
legentlich gestreift und die Unterbrechungstöne ganz unbeachtet 
gelassen worden. Dagegen hat Rudolf Koenig, der rühmlichst 
1 Aus den Charité - Annalen, 34. Jahrgang (Jubiläumsband), 1910, ab¬ 
gedruckt. 
2 Band III. Braunschweig 1905. 
6*
        

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