Bauhaus-Universität Weimar

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Wolfgang Köhler. 
LI V. 275 
seine Aufnahmen von diesem Instrument nicht ab, weil sie nicht 
so gut gelungen sind wie die übrigen, aber glücklicherweise be¬ 
richtet er (S. 83), dafs diese Kurven „im Gegensatz zu denen 
der Holzinstrumente untereinander sehr ähnlich sind“. Mehr 
verlangt die HelmholtzscIic Lehre nicht: die Amplituden und 
sogar die Phasenverhältnisse müssen annähernd konstant ge¬ 
blieben sein, und da nach dem Autor selbst die Zackenzahl der 
höchsten Obertöne sehr langsam, nämlich „von drei Erhöhungen 
bei f bis zu zwei bei flu abnimmt, so scheinen die Posaunen¬ 
klänge noch gleichmäfsigere Klangfarbe zu haben als die der 
Trompete. 
Von Heremanns Waldhornaufnahmen war schon die Rede. 
Die meinen (c1 es1 f1 gx cts1) bestätigen aufs beste, was wir schon 
an jenen sahen, nur dafs, wie bei der Trompete, meine Kurven 
das reiche Gekräusel nicht zeigen, das die Grundform der Hebe- 
MANNschen umspielt, nur auf der Originalplatte vermag bei der 
tiefsten Note ein scharfes Auge Spuren davon zu erkennen. 
Uber die Holzblasinstrumente hoffe ich im Lauf der nächsten 
Zeit noch Aufschlufs bekommen zu können. Die Klarinetten¬ 
aufnahmen vom Trommelfell sind zu blafs geraten, als dafs man 
sie wiedergeben könnte. Bis zur Mitte der eingestrichenen Oktave 
scheint in diesen Kurven, die denen der Blechinstrumente ebenso 
unähnlich wie einander ähnlich sind, der dritte und fünfte Oberton 
über einem recht schwachen Grundton zu liegen, von etwa g1 
ab tritt der Grundton deutlicher hervor, und über seine Welle 
lagern sich die drei Zacken einer starken Duodezime. Ich will 
an dieser Stelle nur darauf hinweisen, dafs auch bei Hebemann 
von a1 ab die Duodezime in jedem Klange der stärkste Oberton 
ist, von einem Herabsinken der gröfsten Intensität auf Partial¬ 
schwingungen immer tieferer Ordnungszahl also gar nicht die 
Rede sein kann. 
Wahrscheinlich indessen wird er sich — wenigstens für die 
übrigen Instrumente — auf die Resultate der Fourieranalyse be¬ 
rufen. Die Amplitudentabellen geben in der Tat keinen deut¬ 
lichen Hinweis auf die HELMHOLTzsche Lehre, die neue Theorie 
begünstigen sie freilich auch nur scheinbar. Ich habe die Fourier¬ 
rechnung bei einer Anzahl meiner Instrumentkurven ebenfalls 
durchgeführt, und die Resultate seien mitgeteilt in Tafeln, die in 
ihrer Anordnung genau den HEEEMANNschen entsprechen.
        

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