Bauhaus-Universität Weimar

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[XXXIX. 241] 
Über zusammengesetzte Wellenformen, 
Von 
C. Stumpf. 
Mit 2 Figurentafeln von K. L. und M. Schaefer. 
Das vorliegende Heft enthält Tafeln von Schwingungsfiguren, 
die Herr und Frau Dr. Schaefee in sehr exakter Ausführung 
gezeichnet und mir zur Verfügung gestellt haben. Solche Tafeln 
dürften wie die früher veröffentlichten der Schwingungszahlen 1 
einem Bedürfnis akustisch Arbeitender entsprechen. Die Figuren, 
die man in den Schriften von Melde, König u. a. findet, sind nach 
spezielleren Gesichtspunkten ausgewählt.2 10 Dagegen enthalten die 
1 „Tontabellen“ von C. Stumpf und K. L. Schaefer in diesen Beiträgen 
III. Heft (1901). Auch separat. 
2 Melde (Lehren v. d. Schwingungsfiguren 1864) gibt einige Kurven 
mit Phasenverschiebung und geringer Amplitudenverschiedenheit ITaf. VII), 
aufserdem hauptsächlich LissAJOussche Figuren. K. König (Pogg. Ann. d. 
Physik Bd. 15, 1877 und „Quelques expériences d’acoustique“ 1882) hat 
längere Wellenzüge reiner und besonders verstimmter Konsonanzen von 1 : 1 
bis 1 : 8 durch schwingende Gabeln selbst aufzeichnen lassen. Diese schönen 
Verstimmungskurven sind auch durch unsere Tafeln nicht überflüssig ge¬ 
macht, sondern müssen gegebenenfalls neben ihnen zu Rate gezogen werden. 
In Wiedemanns Ann. d. Physik N. F. XIV gibt König Kurven aus je 4 bis 
10 Teiltönen mit gleicher und mit ungleicher Amplitude, mit und ohne 
Phasendifferenz (auch diese in „Quelques expériences“ aufgenommen). 
William Thomson (Proc. Royal Society of Edinburgh Vol. IX, 1878) zeichnet 
eine Anzahl konsonanter Intervalle mit dem Amplitudenverhältnis des um¬ 
gekehrten Quadrats der Schwingungszahlen (1 : 2 mit dem Amplituden¬ 
verhältnis 4 : 1 usw.) und je vier Phasendifferenzen. Bosanquet (Philos. 
Magazine XI, 1881, Taf. IV—VII) hat mit Donkins’ Harmonographen die um 
ein Komma verstimmten Intervalle 4:5, 2:3, 1:2, 2:5 in je 3—5 ver¬ 
schiedenen Amplitudenverhältnissen aufgenommen. 
Eine Anzahl binärer Kurven mit gleicher Amplitude der Komponenten, 
darunter auch Kurven mit höheren Schwingungsverhältnissen, wie 16 : 23,
        

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