Bauhaus-Universität Weimar

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Otto Äbrciliam. 
[XX. 421] 
sowohl als der unsrigen, nicht zn zweifeln ist, mufs entweder 
für unsere oder für M.’s Resultate eine andere Erklärung gesucht 
werden. Der Grund für unsere Trillerschwelle wie für die Schwelle 
des Unterbrochenklingens bei Mayer mufs im Wesentlichen im 
Abklingen zu suchen sein. Der Unterschied zwischen beiden 
Versuchsanordnungen ist aber der, dafs Mayer denselben Ton 
nach kurzer Pause wiederholte, wir zwei verschieden hohe Töne 
physikalisch unmittelbar aufeinanderfolgen liefsen. Mayer und 
Urbantschitsch sagen nun, dafs der Moment, in dem die dis- 
continuirliche Tonempfindung gerade in eine continuirliche über¬ 
geht, maafsgebend sei für das Abklingen des Tones. Diesen 
Schlufs wage ich zu bezweifeln; denn, falls auch der 1. Ton noch 
nicht völlig abgeklungen ist, wenn der 2. Ton derselben Höhe 
einsetzt, so braucht dadurch doch noch keine continuirliche 
Tonempfindung erzeugt zu werden, denn der Inten sitätsunter- 
schied des abklingenden Tones und des neu beginnenden, zu 
welchem sich noch die Intensität des abklingenden zum Theil 
addirt, ist es, der die Intermittenz, die Rauhigkeit veranlafst. 
Und hier ist zu bedenken, dafs bei wechselnden Inten¬ 
sitäten mit genügender Differenz stets die 
schwächere völlig = 0 erscheint. Die völlige Zeit des 
Abklingens ist also durch die MAYERsohen Versuche ebenso¬ 
wenig wie durch die Versuche. Urbantschitsch’s gefunden. 
Man mache den bekannten Versuch, den man in der Kindheit 
so oft gemacht hat ; man lasse einen continuirlichen Ton spielen 
und verstopfe und öffne mit der Fingerbeere rhythmisch beide 
Gehörgänge. Dann hört man den Ton nur bei geöffnetem Gehör¬ 
gang, bei geschlossenem eine Pause, d. h. bei schnellem Oeffnen 
und Schliefsen einen intermittirenden Ton; läfst man dagegen 
die Gehörgänge continuirlich verschlossen, dann hört man einen 
continuirlichen leisen Ton, der bei dem rhythmischen Zumachen 
gar nicht vernommen wird. Genau diesem Versuch scheinen 
mir die Versuche Mayer’s und Urbartschitsch’s zu entsprechen, 
und ich glaube, dafs man trotz der gröfsten Uebung und Auf¬ 
merksamkeit nicht berechtigt ist, zu sagen, die eine Intensität 
sei = 0, wenn sie mit einer anderen weit gröfseren Intensität 
schnell hintereinander wechselt. In seiner letzten diesbezüg¬ 
lichen Abhandlung1 sagt Mayer selbst, dafs seine Unter- 
1 Mayee, Researches in Acoustics. Amer. Journ. of Science 47. 1894, S. 3.
        

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