Bauhaus-Universität Weimar

Max Meyer. 
[XVI. 354] 
Höhe und nach der Tiefe zn verstimmen, wo dann die Schwe¬ 
bungen gleich schnell sein müssen. Man kann so den Null¬ 
punkt recht gut feststellen. Doch ist die zweite Dezimale im 
Allgemeinen bereits mit einem Fehler behaftet. Ich habe mich 
daher auch mit Bestimmung zweier Dezimalstellen begnügt. Wie 
Schischmanow 1 die Angabe einer dritten Dezimale rechtfertigen 
kann, sehe ich nicht recht ein. Luft 2 hat bei seinen Versuchen 
sich mit der Bestimmung zweier Dezimalstellen begnügt, wie aus 
seiner ersten Tabelle der Rohversuche hervorgeht. Die Mittel- 
werthe aus diesen ursprünglichen Zahlen berechnet er jedoch 
bis auf die dritte Dezimale, was ich nicht billigen kann, da es 
doch nur den Schein einer Genauigkeit erweckt, die in Wirklich¬ 
keit nicht besteht. Ich gebe daher später Luft’s Ergebnisse zwei¬ 
stellig wieder. 
Je kleiner die Gabeln sind, um so empfindlicher zeigen sie 
sich gegen Temperaturwechsel. Es wurde daher namentlich bei 
den höheren Gabeln vermieden, sie mit der warmen Hand direkt 
zu berühren. 
Die Gabeln 400, 600 und 1200 waren auf ihren Resonanz¬ 
kästen befestigt und wurden, um möglichst gleich starke Töne 
zu erzielen, durch Federkraft vermittelst hölzerner Hämmer an¬ 
geschlagen, die bei den Gabeln 400 und 600 mit Gummi, bei 
1200 mit Tuch bekleidet waren. Die Gabeln 100 und 200 wurden 
durch kräftiges Aufschlagen auf die Tischplatte bezw. eine Tuch¬ 
unterlage in Schwingung versetzt und dann vor die O eff nun g 
des betreffenden Resonanzkastens gehalten, aus dem ein etwa 
2 m langer Schlauch zum Ohre des Beobachters führte. Die 
Intensitäten habe ich bei diesem Verfahren dadurch gleich zu 
machen gesucht, dass ich die schwingenden Gabeln bald mehr, 
bald weniger nahe an die Oeffnung des Resonanzkastens brachte, 
je nachdem es mir bei gleichzeitiger aufmerksamer Beobachtung 
der Intensitäten erforderlich schien. Man erlangt hierin bald 
ziemliche Uebung. 
Jeder Einzelversuch wurde dreimal, und wenn einer der Be¬ 
obachter es wünschte, noch öfter wiederholt, bevor das Urthei-1 
„zweiter Ton höher“ oder „zweiter Ton tiefer“ abgegeben wurde. 
1 Wundt’s Philosophische Studien, Bd. 5. 
3 Wundt’s Studien, Bd. 4.
        

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