Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das künstlerische Klavierspiel in seinen physiologisch-physikalischen Vorgängen
Person:
Caland, Elisabeth
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38455/36/
28 
Über die Schulterblattsenkung. 
zu erforschen und sie somit der Allgemeinheit zugänglich zu 
machen. Es galt also nicht bei Beschreibung der Schulter¬ 
blattsenkung die schematische Bedeutung des einzelnen Muskels, 
hier des Latissimus dorsi (also nicht die isolierte Wirkung des als 
„Einheit benannten Muskels“), festzustellen, sondern es galt, die 
Muskeln, die bei dieser grundlegenden Bewegung ko¬ 
ordiniert tätig sind, möglichst zusammenzufassen und 
den Weg anzugeben, wie sie unter unseren Willen zu 
zwingen sind, damit wir sie voll ausnützen können. 
Denn wir gehen von dem Grundsätze aus, „dag, je mehr Muskeln 
des Oberkörpers sich bei den für das Klavierspiel geforderten Be¬ 
wegungen beteiligen, um so schöner und voller die Tongebung 
sein mug, desto leichter Hand und Finger alle Schwierigkeiten 
überwinden lernen, und um so weiter die Ermüdung hinaus¬ 
geschoben wird“ (A. d. K.-Q- Seite 32 und „Klavierlehrer“ 1904). 
II. Kapitel. 
Über die Schulterblattsenkung. 
Wie schon auf S. 10 erwähnt, ist die Schulterblattsenkung 
eine, wenn auch im Anfang ungewohnte, so doch durchaus natür¬ 
liche, das künstlerische Spiel erleichternde und nicht schwer zu 
übertragende Bewegung. Es ist uns stets gelungen, die Be¬ 
wegung den Lernenden zu vermitteln und zwar ohne groge phy¬ 
sische Anstrengung ihrerseits. Sie machen sich schnell mit ihr 
vertraut, ja, sie gelangen sogar auf mehr oder weniger mecha¬ 
nische Weise dahin, Übungen, die von uns einem jeden individuell 
angepagt wurden, in einem bestimmten Folgegang auszuführen, 
wodurch sich die Bewegung wie von selbst einstellt1). Das fein 
*) Wir vermochten die Bewegung sogar auf einen 60jährigen Musikfreund 
in vollendeter Weise zu übertragen (obgleich dieser bis dahin stets nach der alten 
Fingeranschlagstechnik und der Handgelenkspieltheorie gespielt hatte), so daß 
nach zirka dreimonatlichem, allerdings energischem und intensivem Studium
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.