Bauhaus-Universität Weimar

Konsonanz und Dissonanz. 
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Grad der dadurch bedingten Rauhigkeit, welcher den Grad der 
Konsonanz oder Dissonanz bestimmt. Helmholtz hat unter 
gewissen, freilich ganz speziellen, Voraussetzungen hierfür sogar 
eine graphische Darstellung, eine Rauhigkeitskurve, abgeleitet 
(S. 318). 
Da nun aber Schwebungen nur bei gleichzeitigen Tönen 
auftreten, so würde bei bloss melodischerFolge der Unter¬ 
schied hinwegfallen. Helmholtz führt hier den Begriff der 
Verwandtschaft ein (S. 423, 584), und zwar deckt sich die 
„direkte Verwandtschaft“ der Töne mit der Konsonanz, während 
dissonante Töne nur indirekt verwandt sein können. Die direkte 
Verwandtschaft ist aber gegeben durch gemeinschaftliche Theil- 
töne. Je mehr und je kräftigere Theiltöne zwei Grundtönen 
gemeinschaftlich sind, um so stärker ist ihre Verwandtschaft. 
Hieraus ergeben sich wiederum die bekannten Unterschiede der 
Konsonanz zwischen Oktaven, Quinten, Terzen u. s. w. Diese 
Verwandtschaft wird nach Helmholtz nicht etvra erkannt durch 
die bewusste Analyse eines Klanges, da das gewöhnliche Gehör 
Theiltöne nicht wrahrnimmt : sondern sie wird als Aehnlich- 
keit der beiden Grsammtklänge unmittelbar erfasst, ebenso wie 
wir z. B. Gesichter als verwandt bezeichnen, ohne sogleich an¬ 
geben zu können, worauf ihre Aehnlichkeit beruht (S. 595, vgl. 
auch 584). Hiernach kann man also kurz sagen: Konsonanz 
ist die durch gemeinschaftliche Theiltöne gegebene 
Aehnlichkeit zweier Töne, Dissonanz der Mangel 
einer solchen Aehnlichkeit, bezw. ein relativ ge¬ 
ringer Grad derselben (wde denn auch nach dem ersten 
Prinzip graduelle Abstufungen von der Konsonanz zur Dissonanz 
hinführen). 
Dieses Prinzip passt nun wiederum nicht auf gleichzeitige 
Töne; denn wenn zwei gleichzeitige Klänge, wie G und G, 
einen gemeinschaftlichen Theilton, hier g% haben, so sind für 
(fas Ohr nun eben drei Töne gegeben, zwei relativ starke (die 
Grundtöne) und ein relativ schwacher. Dass dieser aber den 
beiden starken gemeinschaftlich ist, können wir ihm nicht 
anhören. Das ist eine rein physikalische Thatsache, die dem 
Hörenden gemeinhin nicht einmal als solche bekannt ist, und 
wrenn sie es wäre, nur sein Wissen, aber nicht seine Empfindung 
angehen würde. Für die Empfindung kann sich der gemein¬ 
schaftliche Ton nicht als gemeinschaftlicher, sondern nur etwra
        

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