Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das künstlerische Klavierspiel in seinen physiologisch-physikalischen Vorgängen
Person:
Caland, Elisabeth
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38455/67/
Einwärt slialtung der Hand wichtiger Faktor für die Gleichmäßigkeit beim Passagenspiel. ö5 
Daumens heißt es: „Er untersetzte ihn mit ausgesprochener Ein¬ 
wärtshaltung des Handgelenkes, ohne daß die mindeste An¬ 
strengung sichtbar gewesen wäre, wie überhaupt eine wohltuende 
Freiheit und Leichtigkeit sein Spiel charakterisierten.“ „Als Hilfs¬ 
mittel empfahl er das Ein- und Auswärtsbiegen d,es Handgelenkes.“ 
Durch ein Glissando ist diese Seitwärtsbewegung der Hand 
beim Passagenspiel sehr treffend veranschaulicht. Wir sehen hieraus, 
wie Chopin sich bemühte, das Ruhige und Ununterbrochene in 
der Bewegung hervorzuheben. Diese kurze Darstellung wird als 
Beweis dafür genügen, daß die Unterarmrollung, auf die Tonleiter 
angewandt, beides, das Ruhige und das Ununterbrochene, zerreißen 
muß, da beides durch das Ab- und Aufschwingen jedesmal beim 
Untersatz (oder als Ersatz des Untersatzes) in kleinere Bewegungen 
zerteilt wird, wie denn überhaupt durch sie weder Gleichmäßigkeit 
noch vor allem ein klares rhythmisches Spiel hervorgebracht 
werden kann. 
Unser Organismus und die Kunst stehen sich also nicht 
konträr gegenüber, wenn dem musikalischen Laien und dem Theo¬ 
retiker auch vieles unverständlich bleiben wird, was zu erfassen 
und richtig abzuschätzen nur dem Künstler allein möglich ist. 
Dazu gehört auch diese Stellung. 
Für die Beherrschung der Fingerbewegungen. ist also eine 
richtige Handstellung eine Notwendigkeit. Wir haben in der A. d. 
K.-Q. S. 43, 57 und 63 gezeigt, wie wichtig unsere Handstellung 
für die größte Beherrschung der Fingerbewegungen ist, wie sie uns 
zu größerer Spielsicherheit und Kraft verhilft, und wie außerdem den 
Fingern „durch den Stützpunkt, der ihnen durch den vom Rücken 
getragenen, in sich gefestigten Arm mit Hand gewährt wird, zu 
den ihnen eigenen, innewohnenden, kraftvolleren Bewegungen ver- 
holfen wird“. 
Wir versuchen hierfolgend näher auseinanderzusetzen und bild¬ 
lich zu verdeutlichen, wie naturgemäß und verhältnismäßig leicht 
die Handhaltung erreicht wird. Im Übungsbuch S. 99 heißt es: 
„Die richtige Stellung der Hand wird leicht dadurch erzielt, daß 
man die Hand zur Faust zusammenballt, dabei beachtend, daß die
        

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