Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das künstlerische Klavierspiel in seinen physiologisch-physikalischen Vorgängen
Person:
Caland, Elisabeth
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38455/62/
Über die „einfache Bewegung“. 
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Die Hand wird jetzt durch den getragenen Arm mit Macht seit¬ 
wärts gezogen und durch die im Verein mit den Rückenmuskeln 
arbeitenden Schulter- und Brustmuskeln (wobei erstere ausschlag¬ 
gebend sind für den Schwung uud Druck, siehe S. 20), gleich¬ 
zeitig mit Wucht, wie im Schwünge der ganzen getragenen Masse, 
hinweg über und hinein in die Tasten geschleudert und hin¬ 
untergezogen. Der innerliche Vorgang ist für diese Art des Ton¬ 
nehmens derselbe, wie er für den einzelnen Ton als „praktischer 
Zweck der Schulterblattsenkung“ in die Ausn. d. K.-Q. Seite 39, 
von uns äußerlich und innerlich verbildlicht und beschrieben wurde. 
Die Töne klingen infolgedessen (und auch, da der Arm infolge 
der aktiven Rückenmuskelarbeit dennoch getragen bleibt während 
des stärksten Fortissimo siehe Kapitel I) fest miteinander verbun¬ 
den, wie aneinandergeschweißt. Sie klingen großzügig, 
orchestral und dennoch schwebend. 
Auf Bild 3 hat der vierte Finger das es erklingen lassen, und 
Bild 4 zeigt, wie der Daumen über das ces gezogen wurde, und 
wie die Taste von ihm hinuntergedrückt wird. Die Handlage soll, 
wie gesagt, unverändert bleiben, bis die Figur bis zum Ces her¬ 
untergespielt ist, und die Hand wird dann während kürzesten 
Weitergleitens des fünften Fingers auf dem Ces im Schwünge ab¬ 
gehoben. 
Wie der Leser bemerken wird, sind es diesmal Spiegelbilder, 
welche die Handstellungen zeigen; wir glaubten durch solche die 
Bewegung lebendiger zu veranschaulichen ; die beiden vorgenannten 
Abbildungen zeigen also die Stellungen der linken Hand, wie sich 
diese im Deckel eines Flügels widerspiegeln würden. — 
Die von uns angestrebte Feststellung derGlieder 
untereinander (Fixation) wäre also Bedingung, um uns 
erstens die volle Ausnutzung der höheren Kräfte zu 
sichern, zweitens, um uns die schnellsten, leichtesten 
Bewegungen zu ermöglichen und drittens, um mit 
Vorausbestimmung und Sicherheit die gewollte Ton¬ 
stärke regulieren zu können.
        

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