Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das künstlerische Klavierspiel in seinen physiologisch-physikalischen Vorgängen
Person:
Caland, Elisabeth
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38455/120/
Zwetkentsprechende Vorübungen zur Dienstbarmachung der Rumpf- und Rückenkraft. 91 
Tschaikowsky, Konzert, opus 23. 
Für die Praxis genügt beim „festen Nehmen“ der Töne die 
Anweisung eines „Unveränderlichbleibens der sämtlichen Glied¬ 
maßen“ (Übungsbuch S. 100). Beim „freien Fall“ heißt es: den 
Arm mehr lose lassen, jedoch auch so weit gespannt (fixiert), 
daß die Rückenkraft nicht durch die widerstandslose Beweglichkeit 
der Zwischengelenke verloren geht (und auch damit der Ton nicht 
roh, sondern voll und rund klingt). Wie schon oben gesagt, ist 
die richtige Ausführung dieser zuletzt genannten Spielweise schwie¬ 
riger als die des „festen Nehmens“. Es sollte mit deren Einübung 
daher erst dann begonnen werden, wenn die Beherrschung der 
sämtlichen Gelenke eine richtige ist, damit die Übertragung der 
Kräfte in vollkommener Weise stattfinden kann. Erwähnt sei noch, 
daß das Spiel auch beim „festen Nehmen“, also wo der Arm mit 
Hand zu gleicher Zeit mit der Taste in Bewegung versetzt wird, 
immer tonschön bleibt. Es ist daher ratsam, daß man, um der 
Neigung, immer wieder nur aus dem Schultergelenk zu spielen, 
entgegenzuarbeiten, diese Spielweise solange üben läßt, bis die 
Übertragung der Rückenkräfte ganz zur zweiten Natur geworden 
ist1). Erst dann hat man volle Verfügung über alle künstlerischen 
Mittel und kann, je nach Bedürfnis des Vortrages, „das feste 
Nehmen“ oder den „freien Fall“ anwenden. 
Das feste Nehmen der Töne wird am besten an Etüden oder 
Stücken eingeübt, in welchen nur aufeinanderfolgende Akkorde in 
größerer Tonstärke zu spielen sind, wie Beispiel 1. 
9 Dies einer der Gründe, weshalb diese Spielart in T. R. als „Vorübung" 
bezeichnet wurde.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.