Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Anhaltspunkte zur Kontrolle zweckmäßiger Armbewegung beim künstlerischen Klavierspiel
Person:
Caland, Elisabeth
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38454/84/
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hierzu meinen Anteil beigetragen zu haben, dieses Bewußtsein 
erfüllt mich mit Dankbarkeit und Freude und entschädigt mich 
für viele Mühen und Opfer, die mein Lebenswerk mir abforderte. 
Auf das vorhin erwähnte Guhrsche Werk komme ich noch 
in Kürze zurück: Wir lesen hier in bezug auf eine Art Stakkato¬ 
spiel „welches Paganini eigen war*)“: „Er wirft den Bogen auf 
die Saite, läßt ihn zurückprallen und durchläuft mit einer un¬ 
glaublichen Schnelligkeit die Tonreihen, wobei die Töne wie Perlen 
zu rollen scheinen**).“ Als praktische Beispiele hierfür gibt Guhr 
tonleiterartige Tonfolgen in fallender Bewegung an, und zur Er¬ 
lernung dieses Stakkatospieles empfiehlt er praktische Übungen 
(Seite 12), die überraschende Ähnlichkeit aufweisen mit denjenigen, 
die ich in meinem Praktischen Lehrgang (Gruppe 8, Nr. 43) zur 
größten Schnelligkeit der Aufeinanderfolge der Töne (hier für 
Tonleiterspiel) empfehle; es wird auch dort zuerst eine Übung 
von fünf und hernach von zehn aufeinanderfolgenden Tönen, zu¬ 
erst in fallender und darauf in steigender Bewegung gegeben, 
ebenso wie dies in übereinstimmender Weise in genannter 
Gruppe in meinem Lehrgang der Fall ist. 
Ich meine nun ohne weiteres, und ohne daß mir wider¬ 
sprochen werden kann, diese unglaubliche Schnelligkeit der Auf¬ 
einanderfolge der Töne als mit der von mir so vielfach erörterten 
Vibration — in seitlicher Bewegung, „Blitzoktaven“***) — identisch 
bezeichnen zu müssen. Ich möchte hier noch bemerken, daß ich 
gerade in letzter Zeit, sowohl bei einer Künstlerin als auch bei 
einem 14 jährigen Kinde in ca. 2 bis 3 Monaten persönlicher 
*) „qui lui est propre.“ (Seite 11.) 
**) „II jette l’archet sur les cordes, le laisse rebondir et parcourt avec 
une incroyable rapidité l’échelle des sons qui semblent rouler comme des 
perles.“ (Seite 11.) 
***) Wie ich diese in 1911 im „5ten Musikpädagogischen Kongreß zu 
Berlin“ persönlich vorführte und deren physiologische Erklärung in meiner 
Schrift „Das künstlerische Klavierspiel“, Kapitel 7 enthalten ist, ebenso wie 
Gruppe 14 meines „Praktischen Lehrgangs“ weitere Anweisungen zur Aus¬ 
führung dieser Bewegungsart gibt.
        

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