Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der alten und mittelalterlichen Musik
Person:
Westphal, Rudolf
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38453/20/
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Erstes Kapitel. 
die 3 tiefsten Töne des alten Octachordes gebildet hatten: Hypate, Par- 
hypate, Lichanos; zur Unterscheidung fügte man aber jedem Tone den 
Zusatz meson und hypaton hinzu: H Hypate hypaton, die erste unter 
den ersten, E Hypate meson, die erste unter den mittleren — 
denn die tiefsten Töne waren jetzt zu mittleren Tönen geworden. 
Späterhin kam als allertiefster noch der Ton A hinzu: man nannte 
ihn Proslambanomenos „den Hinzugenommenen“. 
_Mit der Nomenclatur der 3 in der Höhe hinzugefügten Saiten 
f fj d verfuhr man auf die nämliche Weise: man benannte auch sie 
mit denselben Namen wie die 3 höchsten Saiten des alten Octachords 
c d e: Trite, Paranete, Nete, setzte dann aber den Genitiv hyper- 
bolaion hinzu, also Nete hyperbolaion, die letzte unter den 
übermässigen (nämlich den übermässig hohen). Sollten dieselben 
Namen als Bezeichnung von c d e dienen, so setzte man diezeug- 
menon, d. h. „unter den getrennten“ hinzu: Nete diezeugmenon, 
„die letzte unter den getrennten“. Woher der Ausdruck „getrennte“, 
mag hier zuerst unerörtert bleiben. 
Am besten wird man die Bezeichnung der griechischen Töne 
auf folgende Weise übersehen können: 
diezeugmenon 
Paramese Trite Paranete"' Nete 
hyperbolaion 
Trite Paranete Nete 
=3==3= 
Proslam- Hypate Par- Lichanos Hypate Par- Lichanos Mese 
banomenos hypate_ ‘ hypate 
Auf dem vollen Systeme oder der Moll-Doppeloctav lassen sich 
7 verschiedene Octavenintervalle annehmen: A a oder aa, Hh, Ce, D d, 
Ec, Ff, G g. Hierdurch werden, wie die griechischen Theoretiker 
sagen, 7 verschiedene Octavengattungen gebildet. 
Die erste Octavengattung umfasst die Töne von der Hypate 
hypaton bis zur Paramese, also von H bis h: 
HC D EF G a h; 
das erste und vierte Intervall besteht hier aus einem Halbtone. Diese 
Octavengattung heisst die Mixolydische. 
Die zweite Octavengattung umfasst die Töne von der Par- 
hypate hypaton bis zur Trite diezeugmenon: 
C D EF G a hc;
        

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